Themen & Reportagen 03/2020 – Trend Report https://trendreport.de Redaktion und Zeitung für moderne Wirtschaft Thu, 07 Oct 2021 10:06:13 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.3.2 Kommunikation im Homeoffice https://trendreport.de/kommunikation-im-homeoffice/ Mon, 07 Dec 2020 09:00:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29361

Autor: Stuart Jackson

So lassen sich Chats und Videokonferenzen während der COVID-19-Pandemie und darüber hinaus sichern

Aufstehen, frühstücken und dann den sehr kurzen Arbeitsweg an den eigenen Schreibtisch auf sich nehmen – so beginnt aktuell der Arbeitstag vieler Menschen. Für sie ist das Homeoffice seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie zur neuen Normalität geworden. Laut einer Umfrage des ifo Instituts aus dem April setzen 75 Prozent der deutschen Unternehmen verstärkt auf das Homeoffice. Dies hat innerhalb vieler Organisationen zu Schwierigkeiten geführt, da ein persönlicher Austausch mit Kollegen nicht möglich ist. Als Ersatz nutzen Unternehmen nun vermehrt Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams oder andere Kollaborationstools für Chats sowie Videokonferenzen. Folglich verzeichnet Zoom ein starkes Kundenwachstum: Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Abonnenten um 458 Prozent erhöht. Unternehmen verlassen sich auf diese Kommunikationstools, um ihre Geschäftskontinuität zu gewährleisten. Die Wahrung der IT-Sicherheit ist wichtiger denn je. Regelmäßig berichten die Medien über neue erfolgreiche und folgenschwere Cyberangriffe auf Unternehmen. Das heißt, zu sicher können sich Unternehmen online nicht sein. Auch bei vermeintlich sicheren Anwendungen sind häufig Schwachstellen zu finden. Empfehlenswert ist es deshalb, als Unternehmen für zusätzliche Sicherheit zu sorgen. Doch wie lässt sie sich bei Kommunikationstools erreichen?

Containerisierung ist grundlegend

Wenn es darum geht, die IT-Sicherheit und den Datenschutz zu verbessern, ohne das Benutzererlebnis der Mitarbeiter zu verschlechtern, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Einer hiervon ist BlackBerry Dynamics der auf Containerisierung setzt. Zur Erklärung: Auf den Endgeräten der Mitarbeiter wird eine abgesicherte Box, der Container, platziert und in ihr das jeweilige Kommunikationstool bereitgestellt. Dadurch können Mitarbeiter ungestört weiter kommunizieren und zusammenarbeiten, sind jedoch durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geschützt. IT-Teams haben mehr Kontrolle über die Plattform, wenn sie sich in einem Container befindet. Gleichzeitig sind sie in der Lage, Einstellungen noch individueller den Anforderungen und Wünschen des einzelnen Benutzers anzupassen.

Mehrere Sicherheitsmaßnahmen sind vorhanden

Um aktiv Gefahren vorzubeugen, verfügen die Lösungen über mehrere Sicherheitsmaßnahmen. Ein zentrales Merkmal ist, dass der Zugang zum Kommunikationstool innerhalb des Container ein Passwort voraussetzt. Zudem ist auch die Verschlüsselung der Daten wichtig. Außerhalb eines Containers speichert ein Kommunikationstool die von ihm erstellten und empfangenen Daten lokal ab. Allerdings sind sie dort nicht bei allen Kommunikationstools verschlüsselt. Das Betriebssystem auf den Endgeräten der Mitarbeiter kann dies übernehmen. Es bietet aber nur zu bestimmten Zeiten Sicherheit – zum Beispiel, wenn ein Endgerät gesperrt ist. Im Container werden Daten dagegen jederzeit verschlüsselt gespeichert. Außerdem ist er vom Betriebssystem auf den Endgeräten der Mitarbeiter getrennt. Selbst wenn sich eine Person Zugang zu den Endgeräten verschafft, kann sie nicht auf die Daten im Container zugreifen.

Die Unterbringung der Kommunikationstools in einem Container ist auch für IT-Teams von Vorteil. Unter anderem lassen sich mit ihnen die Passwörter innerhalb eines Unternehmens managen und überprüfen, ob sie jeweils stark genug sind. Möglich ist es für IT-Teams außerdem, einzelne Funktionen abzuschalten, wie beispielsweise der Zugriff auf die Kamera und die Fotogalerie eines Mitarbeiters oder ein Login via Facebook beziehungsweise Google. Sollte es darüber hinaus einmal nötig sein, aus der Ferne Daten oder gleich die komplette Anwendung auf dem Endgerät eines Mitarbeiters zu löschen, ist das ebenfalls kein Problem.

Gefragt ist mehr als nur Sicherheit

Eine optimale Lösung bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern sollte auch andere Funktionen innerhalb der Plattform ergänzen. Für Mitarbeiter ist die Benutzerfreundlichkeit besonders wichtig. Sie müssen täglich mit der Plattform interagieren und dies sollte für sie so einfach wie möglich sein. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Lösung zuverlässig und frei skalierbar ist. Ein weiterer Vorteil ist die Integration mit anderen Anwendungen. Wenn im Container zum Beispiel Microsoft Office zur Verfügung steht, lassen sich dort direkt und sicher Dateien bearbeiten. Abgerundet wird all das idealerweise durch eine Analysefunktion, die IT-Teams anhand von Statistiken einen Überblick darüber gibt, wie Mitarbeiter ihr Kommunikationstool im Container genau nutzen.

Homeoffice bleibt voraussichtlich beliebt

Wie es aussieht, wird die COVID-19-Pandemie noch eine Weile das gesellschaftliche Leben bestimmten. Viele Menschen bleiben vorerst im Homeoffice und sind dort weiterhin auf Kommunikationstools angewiesen. Aber auch nach der Pandemie bleibt das Homeoffice voraussichtlich beliebt. Wie eine neue Umfrage von KPMG und Harvey Nash zeigt, wollen viele Unternehmen an ihm festhalten. So gehen 43 Prozent der befragten Chief Information Officer davon aus, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter auch nach der Pandemie im Homeoffice arbeiten. Dementsprechend kommt es auch zukünftig vermehrt auf Chats und Videokonferenzen an, um sich mit Kollegen zu besprechen. Es lohnt sich deshalb, jetzt in Lösungen zu investieren, die dabei Sicherheit garantieren und durch weitere Vorteile überzeugen. Ideal ist eine Lösung, die auf Containerisierung setzt, denn sie wurde speziell für diese Aufgabe konzipiert.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:
https://www.blackberry.com/de/de/

Über den Autor

Stuart Jackson, Senior Director of Engineering, EMEA bei BlackBerry
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Cloud: Der größte Kostenfaktor ist die fehlende Strategie https://trendreport.de/cloud-der-groesste-kostenfaktor-ist-die-fehlende-strategie/ Tue, 01 Dec 2020 13:48:51 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29345 Die TREND REPORT-Redaktion sprach mit Dinko Eror, COO bei Matrix42 über die Cloud durch die Cloud und wie Unternehmen dabei die Kosten im Blick halten können.

Herr Eror, „Pay as you go“ in Cloudumgebungen und Plattformen wie AWS und Azure erhöhen die IT-Kosten nachhaltig. Welche Optimierungspotenziale gibt es?
Ich finde den Ansatz, zuerst über Kosten zu reden falsch. Stellen Sie sich vor, es wäre immer noch das 19. Jahrhundert und wir hätten alle Wassermühlen zu Hause. Ich garantiere Ihnen, die wären billiger als der Strom, den wir heute bezahlen. Aber wir wollten dieses Interview heute Morgen führen. Deswegen haben wir unsere Rasierapparate, Haartrockner oder Kaffeemaschine angeschlossen und uns keine größeren Gedanken über diese Kosten gemacht. Das ist unser Leben, das ist unser Business.

Ich bin überzeugt, modernes Business ist IT- Business. Das hat man schon vor Covid gesehen und noch mehr seitdem. Jedes Unternehmen dieser Welt wird zu einer IT-Firma, die dann entweder eine Banklizenz hat, Autos produziert oder etwas anderes.

Deswegen ist mir der Inhalt viel wichtiger als Kosten und deswegen lege ich den Fokus auf das, was Cloud wirklich bringt.

Und was bringt Cloud wirklich?
Sie gehen von „Blech“ auf Servicekosten. Sie kaufen das, was Sie brauchen, irgendeinen Service – von CPU, Storage oder Netzwerk bis hin zu ganz modernen AI-Robots, Kubernetes und Ähnliches.
Dadurch bekommen Sie Geschwindigkeit und Flexibilität nach ihren Business- Bedürfnissen und können skalieren. Wenn Sie in der Vergangenheit teuren Storage oder Server gekauft haben, konnten Sie nichts zurückgeben. Das stand dann millionenschwer in ihrem Rechenzentrum. Zusätzlich stehen Ihnen moderne Technologien über Nacht zur Verfügung, indem Sie einfach Robotik, AI oder Blockchain aus der Cloud kaufen.

Bei all den Möglichkeiten, können aber auch die Kosten schnell unübersichtlich werden, oder?
Ich habe in meiner Vergangenheit 15 Jahre für ein Outsourcing-Unternehmen gearbeitet und verantwortete 50 Rechenzentren in Europa. Dabei habe ich bemerkt, dass immer, wenn die Kunden versucht haben die Kosten zu summieren, sie oft die ganzen Prozesse, die im Hintergrund stattfinden und zusätzliche Kosten verursachen, vergessen haben.
Will man die Kosten optimieren, gibt es ein paar Sachen, auf die man achten muss. Die Datenmenge im Netz ist der größte Kostentreiber. Daher muss man sich über die Art und Weise Gedanken machen, wie man die Daten nutzt und speichert, welche Applikation man On Premises fährt und welche über die Cloud. Wenn man die weniger datenintensiven Applikationen verstärkt in die Cloud verschiebt und etwas wirklich sehr Datenintensives zunächst optimiert oder On Premises belässt, dann kann man Kosten sparen.

Ein weiterer Kostenfaktor ist unsere agile Welt. Wir wollen, dass jedem Mitarbeiter Services schnell zur Verfügung stehen. Es muss aber trotz aller Agilität sichergestellt werden, dass Anwendungen bzw. Applikationen nicht doppelt und dreifach bei Google, Amazon, und/oder Microsoft bestellt werden oder man diese bereits im eigenen Rechenzentrum hat. Zudem muss sichergestellt werden, dass nur Services aus der Cloud genutzt werden, die mit dem Business in Einklang sind.

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen den Überblick über die Kosten und Services zu behalten?
Wenn Sie heute zu einem der Cloud Provider gehen, bekommen sie natürlich eine Kostenübersicht. Aber die meisten Firmen haben eine Hybrid oder eine Multi Cloud im Einsatz und hier gibt es sehr wenige Lösungen am Markt, um eine ganzheitliche Kostentransparenz zu schaffen. Cloud Expense Management und MyWorkspace sind nach meinem Verständnis die beiden einzigen Tools, die ganzheitliche Lösungen für alles bieten. Das Cloud Expense Management beinhaltet alle vertraglichen und technischen Daten und sie erhalten eine 360 Grad Kostentransparenz. Alles, was Sie dafür benötigen sind die Verträge, die Sie darin ablegen. Mir ist Stand heute nicht bekannt, dass ein anderes Tool das so ganzheitlich für Microsoft, Google und Amazon bietet. Meines Wissens nach müssen Sie von vielen anderen einzelne Konnektoren dafür kaufen. Genauso ist auch MyWorkspace die einzige Plattform, über die Sie mit einer Anmeldung alle Applikationen, die Sie brauchen, sofort bekommen. Diese Applikationen sind dann wiederum im Cloud Expense Management sichtbar. Das bedeutet, Sie haben eine einheitliche Nutzung, einheitliche Kosten und volle Transparenz über Ihre Kosten. Sie erhalten dann also nicht nur einen einheitlichen Überblick über die Kosten, sondern auch über alle Services, die genutzt werden.

Lassen sich dadurch Kosten auch vorauskalkulieren?
Ja, natürlich kann man, wie bei jedem betriebswirtschaftlichen System, die Kosten abschätzen. Sie sehen die Kosten in „real time“, und können wirklich täglich diese Kosten beobachten. Sie sehen auch, bspw. In der Vorweihnachtszeit, welche Applikationen sie verstärkt brauchen. Haben Sie zu viel für CPU, Speicher usw. ausgegeben, können sie ihre Applikation optimieren – und zwar jeden Tag.

Welchen Stellenwert nimmt dabei das Thema Monitoring der Services und Geräte ein?
Einen hohen. Es geht um die Verwaltung der Geräte, der Business- und der IT-Prozesse. Wenn diese drei Komponenten aufeinander abgestimmt sind, dann wissen Sie, wo Ihre Daten liegen. Das fängt bei Kopfhörern und der Frage, ob diese richtig lizensiert und im Asset-Management eingetragen sind an. Das wird schnell unterschätzt. Durch das Cloud Expense Management in unserem MyWorkspace bekommen Sie dabei Ordnung in den Dschungel.

Sie sagten, bei MyWorkspace meldet man sich nur einmal an und erhält Zugriff auf alle Applikationen, die man benötigt. Welche Vorteile ergeben sich daraus und wie funktioniert das?
Durch nur eine Anmeldung haben Sie Zugriff auf alle Applikationen – On und Off Premises – egal wo Sie sich befinden. In Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ist es schwierig zu wissen, wo die Daten liegen. Doch durch MyWorkspace ist es nicht mehr wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, denn die Technik regelt das. Sie ermöglicht es, eine virtuelle Maschine zwischen On und Off Premises zu setzen. Eine technische Kleinigkeit, die alles verändert.

Solange das nicht möglich war, gab es sehr hohe Wände zwischen einem On-Premises-Rechenzentrum und der Cloud. Jetzt ist für den Anwender völlig egal, wo etwas liegt. Die Technik darunter entscheidet immer aufgrund der Performance-Daten, was für diese oder jene App besser ist, ob sie bleibt oder verschoben wird.
Das ist wie bei einem Auto: Sie müssen sich nicht den Motor anschauen und verstehen, warum es fährt, um damit ein Erlebnis zu haben. Der Endanwender will eine möglichst schnelle Datenbearbeitung und nicht lange nach Applikationen suchen, das ist sein Erlebnis. Was dabei für eine schnelle Bearbeitung der Daten sorgt, welche Daten in die Cloud geschickt werden und was so datenintensiv ist, dass es lieber im Rechenzentrum bleibt, dafür gibt es die Technik.

Was sollten Unternehmen vermeiden und welche Tücken müssen gemeistert werden?
Ich werde Ihnen eine der größten Tücken verraten. Sie liegt nicht in den Kosten. Sie liegt nicht im Netzwerk. Sie liegt im Menschlichen, Sie liegt im Persönlichen. Eine der größten Tücken ist, wenn Sie die IT-Workloads in die Cloud outsourcen, aber sich davor keine vernünftigen Gedanken darüber gemacht haben, für welche neuen IT-Themen Sie Ihre Mitarbeiter einsetzen. Denn dann werden die Leute Ihre Firma einfach verlassen. Das kann eine Zeitlang funktionieren, weil bereits die entsprechende Vorarbeit geleistet wurde und die Applikationen bereits laufen. Aber was passiert beispielsweise, wenn der Vorstand die Strategie ändern will? Da braucht man die IT. Es ist ein großer Fehler in die Cloud zu gehen, ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, wie man dann seine IT-Leute einsetzen möchte. Sonst steht man nachher ohne da.

Weitere Informationen unter:
www.matrix42.com

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Smarte Vending-Konzepte https://trendreport.de/smarte-vending-konzepte/ Fri, 27 Nov 2020 14:00:53 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29326 Digital und selbsterklärend: So überzeugen automatische Verkaufs-Konzepte

1887 gab es den ersten Automaten in Deutschland. Heute, mehr als 130 Jahre später, erleben Verkaufs- oder Vending-Automaten ihren vierten Frühling. In Zeiten, in denen wir persönlichen Kontakt einschränken, erobert der automatische Konsum neue Geschäftsfelder. Welche Optionen bietet der sogenannte “unattended retail”?

Weit vor Internet und Onlinehandel konnten Menschen an Automaten bereits vielfältige Produkte kaufen – außerhalb von Geschäftszeiten und an unterschiedlichsten Orten. Im Kleinen war der Vendingautomat der erste “Amazon Go” – 24/7 an 365 Tagen im Jahr zum vollautomatischen Spontan-Einkauf verfügbar.

Mit individuellem Branding, digitalen Displays und technischer Finesse schafft er im 21. Jahrhundert den Spagat zwischen Retro-Style und futuristischen Store-Konzepten. Ob zusätzliche 24/7-Verkaufsstation oder stylischer Blickfang im Verkaufsraum – je nach Produkt und Vertriebsziel bieten Automaten neue Potenziale.

Verkaufsautomaten in Zahlen

Aktuell dient ein Großteil der Automaten in Deutschland der Ausgabe von Essen und Getränken. Mehr als 12,6 Millionen einzelne Verkäufe pro Tag gab es in diesem Bereich in 2019.

Natürlich stehen auch in der Vendingbranche die Themen Umweltschutz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit oben auf der Agenda. Unternehmen arbeiten aktiv an umwelt- und ressourcenschonenden Lösungen.

Der Großteil der Getränke- und Verpflegungsautomaten steht heute in Betrieben. Automaten-Dienstleister, Industrie und Kunden sind hier seit jeher auf Effizienz und Nachhaltigkeit bedacht. Anfallender Abfall durch (Um-)Verpackungen und Einwegbecher wird über den Dienstleister, den Kunden und die dualen Systeme zurück in den Wertstoff-Kreislauf geführt.

Heißgetränke werden bereits zu 2/3 der konsumierten Getränke im kundeneigenen Gefäß ausgegeben. Das kann eine gebrandete Mehrweglösung sein oder der Porzellanbecher des Mitarbeiters. Heißgetränke-Automaten verfügen über einen Becher-Sensor (ugs. Becher-Stopp-Taste). Dieser erkennt, wenn ein mitgebrachter Becher eingestellt wird und verhindert die Ausgabe eines Einwegbechers.

Überall dort, wo aus hygienischen oder arbeitssicherheitsrechtlichen Aspekten nur eine Einweglösung möglich ist, werden immer mehr Papier- statt Plastikbecher ausgegeben.

Vendingautomaten bieten eine Reihen von Vorzügen für jeglichen Produktverkauf.
Quelle: BDV e. V.

Automaten-Gastronomie in der Betriebsversorgung

80 % der Automaten stehen in Unternehmen und versorgen die Mitarbeiter mit Kaffee, Tee, Kaltgetränken, Snacks oder vollwertigen Mahlzeiten. Derzeit entstehen in größeren Bürogebäuden Micro-Markets – automatisierte Mini-Supermärkte: Sie verkaufen über digital kontrollierte Kühlschränke, Automaten und Regale Food- und Non-Food Artikel.

Auch Catering-Unternehmen in Unternehmen setzen vermehrt auf Automaten, um trotz schwankender Mitarbeiterzahlen und strengen Hygienekonzepte die Versorgung zu sichern. Automaten sichern zuverlässig und kosteneffizient die Mitarbeiterversorgung. Der Verkauf erfolgt häufig kontaktlos und strenge Hygieneregeln werden eingehalten.

Spontane Käufe im Public Vending

Rund 20 % der Automaten stehen heute im „Public-Vending“, z. B. in Krankenhäusern, Hotels, auf Bahnhöfen, Flughäfen oder (halb)öffentlichen Plätzen. Der regionale Verkauf aus Automaten steigt stetig. Vor allem Direktvermarkter, wie Metzger, Bauern oder regionale Erzeuger-Genossenschaften nutzen den 24/7-Vertriebskanal. Gründe hierfür sind ein veränderten Einkaufsverhalten, knappes Personal und der Wunsch nach Umsatzsteigerung.

Kunden sind es heute gewohnt, frische Produkte bis spät abends einzukaufen. Vorratshaltung im Haushalt wird seltener und spontane Ideen, wie z. B. Grillabende, müssen sofort umsetzbar sein. Damit die Kunden ihre Einkäufe auch in den Abendstunden oder am Wochenende tätigen können, hat der Verkaufsautomat an vielen Stellen des alltäglichen Lebens Einzug gehalten.

An Bahnhöfen, Flughäfen oder in Hotels dienen Automaten dem spontanen “Genuss to go” und verkaufen klassische Reiseartikel, wie Zahnbürsten, Ladekabel und aktuell Desinfektionssprays und Mund-Nase-Schutzmasken.

Lösungen für Händler

Auch im Einzelhandel gibt es klassische Automaten: Sei es der Kaffeeautomat im Kundenservice oder die Abholstation für vorbestellte Waren. Erste Markenstores setzen Verkaufsautomaten als Hingucker in ihren Store-Konzepten ein. So brandete Tiffany 2018 einen Snackautomaten im eigenen Design und verkaufte über diesen im Londoner Store ein neues Parfüm. „Vending Automaten schaffen auch im Laden zusätzliche Kaufimpulse: Händler wie Nike, Shisheido und Tiffany verkaufen Accessoires schnell und einfach ohne Wartezeit in ihren Verkaufsräumen. Das schafft zusätzliche Aufmerksamkeit und hebt die Bedeutung der besonderen Angebote hervor”, erklärt Wolf Jochen Schulte-Hillen vom Beratungsunternehmen Shselection diesen Trend.

Kunden kaufen bevorzugt kontaktlos

Eine aktuelle Studie von Euromonitor (2020 Digital Consumer Survey) zeigt, dass Kunden während der Corona-Pandemie mehr kontaktlose Kaufoptionen wählen. 35 % der Befragten bevorzugen den Self-Checkout ohne persönlichen Verkäuferkontakt.

Vollautomatisierte Supermärkte profitieren hiervon. Kunden erhalten in diesen Mini-Supermärkten 24/7 an 365 Zugang ein Angebot, ähnlich der Convenience-Stores an Bahnhöfen.

Vollautomatisierter Mini-Supermarkt vor einem Kinokomplex.
Quelle: Flavura GmbH

“Einen Vorteil bieten die digitale Einbindung in die Warenwirtschaft und Kundenbindungsprogramme. Das ermöglicht Händlern zentral gesteuerte Rabattaktionen oder Kombi-Angebot am Automaten. Die können auf das Automatendisplay oder per QR-Code bzw. in einer App auf das Smartphone des Kunden gespielt werden”, erläutert Dr. Aris Kaschefi, Geschäftsführer des BDV, die Technik hinter dem Automaten. Speziell an Orten, an denen eine Filiale mit Personal nicht möglich ist, sind automatisierte Lösungen betriebswirtschaftlich interessant.

Digitales Schaufenster mit Abholstation

Neue Smart-Vending-Konzepte integrieren den Automaten in eine Omnichannel-Strategie. Kunden können z. B. 24/7 online bestellte Ware abholen bzw. umtauschen. Eine Einbindung in das CRM-System ermöglicht ihnen kanalübergreifend ihren Warenkorb zu bestücken und eine Bestellung auszulösen.

Smart Vending erlaubt auch die Umsetzung völlig neuer Designkonzepte, wie “digitale Schaufenster”. Hierbei handelt es sich um eine physische oder digitale Produktpräsentation im/am Schaufenster, gekoppelt mit einer automatisierten Warenausgabe, die Kunden rund um die Uhr zugänglich ist.

Digitale Schaufenster, wie in dieser Animation, ermöglichen den Kauf per “click & collect” oder die Lieferung nach Hause.
Quelle: DerAutomat Harrer GmbH & Co KG.

Die Animation zeigt eine Schaufensterfront, die großflächig mit digitalen Displays ausgestattet ist, über die Kunden direkt ordern können. Optional lassen sich auch physische Automatenausgaben in Fassaden integrieren. Beide Varianten werden bereits über spezialisierte Dienstleister umgesetzt.

Neben der Integration im Sinne einer 24/7-Verfügbarkeit am Store eignen sich diese Lösungen auch als automatisierte Filiale z. B. in U-Bahnstationen, als Pop-up-Store oder als Test-Standort. Dank moderner Robotik lassen sich (fast) alle Produktformate verkaufen.

Skalierbare Technik nach Maß

In der einfachsten Ausführung ohne digitale Anbindung (Stand-Alone) braucht ein Automat nur Strom. Das reicht zur Präsentation und Ausgabe von Waren innerhalb oder am Store oder auch remote z. B. in Bahnhöfen. Eine Anbindung an WLAN oder Mobilfunk garantiert den Einsatz bargeldloser Bezahlverfahren und Telemetrie zur Kopplung mit der Warenwirtschaft. Für Smart-Vending-Lösungen muss der Automat über spezielle Software in ERP-/CRM-Systeme eingebunden werden.

Je nach Standort bietet sich ein klassischer Verkaufs-Automat an oder der Automat wird in Hardware und Design an spezielle Konzepte angepasst. 

Die Automatenbedienung auf Kundenseite ist ganz klassisch per Tastenauswahl oder digital per Touchdisplay oder Smartphone möglich. Neben Bargeld erfolgt die Bezahlung z. B. über kontaktlose Chip- oder Kreditkarten, Smartphones, QR-Codes oder Kundenkarten.

Automaten sind wie “Tausendfüßler” – variabel in ihrer Gestaltung und in der technischen Ausstattung und vollkommen flexibel bei der Warenausgabe. Je nach Standort und Produkten.

Weiterführende Informationen:
https://www.bdv-vending.de/

Autorin:
Nathalie Knipp (externe Pressesprecherin BDV e.V.)
Kompaco Markenkommunikation
Bunsenstraße 10, 53121 Bonn
Tel.: +49 (0)173 – 28 12 279
Web: www.kompaco.de

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Personalisierte Weiterbildung https://trendreport.de/personalisierte-weiterbildung/ Fri, 27 Nov 2020 07:03:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29316 Leistungssportler trainieren täglich und erreichen deshalb Höchstleistungen. Diese Strategie funktioniert auch für Personalentwickler, die ihr Unternehmen an die Spitze bringen wollen.

Drei simple Wege, die Personalentwickler an die Spitze führen

Serena Williams ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Ihr Geheimnis? Ganz einfach: Training.

Sie hat ihr Spiel perfektioniert, über viele Jahre. Immer wieder dieselben Bewegungen, Aufschläge, Pässe. Alle Sportler, die in ihrer Disziplin die Weltspitze erreichen, gelangen dorthin nur mit Konsequenz und Schweiß.

Für Unternehmen sind Sportler wie Williams die idealen Vorbilder. Wer die Weltspitze erreichen will, braucht Ausdauer und muss sich permanent verbessern. Unternehmen hingegen schicken ihre Mitarbeiter dafür in Weiterbildungsveranstaltungen. Dort lernen die Teilnehmer dann in zwei Tagen Crashkurs alles über Projektmanagement, Gesprächsführung oder Vertrieb. Anschließend wird erwartet, dass sie dieses Wissen im Alltag einsetzen und ihre Organisation an die Spitze ihrer Branche führen.

Der Blick auf Spitzensportler zeigt: Da geht noch was.


Tobias Stetter, everskill GmbH

In 3 Schritten gelingt es Personalentwicklern, den Erfolg bestehender Trainingsprogramme drastisch zu steigern und so nachhaltigen Impact für Mitarbeiter und Organisation zu schaffen:

  1. Personalisieren Sie die Trainingsinhalte
    Stellen Sie fest, was die Mitarbeiter brauchen. Erkennt der Teilnehmer die Relevanz des Trainings für seine Arbeit, weckt das seine intrinsische Motivation. Diese ist Voraussetzung für anhaltenden Trainingserfolg.
  2. Proben Sie den Anwendungsfall
    Unterstützen Sie die Mitarbeiter dabei, das Wissen vom Training in den Alltag zu übertragen. Am besten gelingt das, wenn schon im Training ein Bezug zu konkreten Situationen aus dem Tagesgeschäft der Teilnehmer hergestellt wird.
  3. Bleiben Sie dran
    Ihre Teilnehmer können die besten Absichten haben – zwei Tage Training genügen nicht, um zum Champion in seinem Fachbereich zu werden. Bleiben Sie an den Teilnehmern dran und unterstützen Sie die dabei, die Lerninhalte so lange zu wiederholen, bis die Anwendung intuitiv gelingt.



Weiterbildung nachhaltig gestalten

  • Schaffen Sie Relevanz und wecken intrinsische Motivation

Die Grundlage für ein erfolgreiches Training ist, dass die Mitarbeiter die Inhalte ihrer Weiterbildungsveranstaltung auch wirklich im Alltag brauchen und einsetzen können. Relevanz ist jedoch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar: Arnold Schwarzenegger hat Ballettstunden genommen und sich so für seine Bodybuilding-Wettkämpfe den letzten Schliff gegeben.

Es lohnt sich daher, dass Personalentwickler ihre Zielgruppe befragt, was ihr wirklich weiterhilft, damit sie ihre Arbeit besser erledigen können. Wichtig hierbei: Es geht weniger um Interessen, sondern um die Relevanz eines Trainings für den konkreten Mitarbeiter. Denn je schneller der Teilnehmer eines Seminars die Inhalte im Arbeitsalltag einsetzt, desto besser wird das Wissen verankert und desto nachhaltiger der Trainingserfolg.

Entscheidend ist, dass es gelingt, die intrinsische Motivation des Mitarbeiters zu wecken. Welchen Nutzen hat er? Wer keinen persönlichen Zweck im Training sieht, wird nicht bereit sein, gewohnte Abläufe zu verändern und neues Wissen anzuwenden.

  • Schlagen Sie die Brücke von der Theorie zur Praxis

Der wesentliche Unterschied zwischen Spitzensportlern und Hobbysportlern ist – neben dem drastischen Zeitaufwand, den Hochleistungssport erfordert – die Zielsetzung im Training. Serena Williams hat es nicht zum Tennischampion gebracht, weil sie sich täglich mit ihrem Trainer die Pässe zugespielt hat. Sie absolviert strukturiertes Training nach Plan.

Für die Teilnehmer einer Weiterbildungsveranstaltung, insbesondere im Bereich Soft Skills, funktioniert dieses Vorgehen ebenfalls. Das Seminar gibt ihnen Input und Impulse, allerdings in einer künstlichen Lernumgebung. Trotz bester Absichten scheitert die Umsetzung dann oft in dem Moment, in dem der Alltag die Teilnehmer wieder einholt. Diese Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen Trainer und Personalentwickler am besten schon während des Trainings.

Nehmen Sie die Teilnehmer in die Pflicht und unterstützen Sie sie dabei, sich individuelle Lernziele zu setzen. In welcher Situation möchte sich der Mitarbeiter künftig anders verhalten? Was wird er ändern? Hat der Mitarbeiter den Anwendungsfall einmal für sich durchgespielt, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass es ihm gelingt, ihn auch tatsächlich umzusetzen.

Pre-Training-Survey
Mit kurzen Fragen können Personalentwickler einfach vor dem Training
die Erwartungshaltung der Teilnehmer abfragen und
das Training auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abstimmen.
  • Stellen Sie die Weichen für kontinuierliches Training

Wir können nur erahnen, wie viele Bälle Manuel Neuer abfangen musste, bis er 2014 Fußball-Weltmeister geworden ist. Sicher ist nur: Ein zweitägiges Training hat ihn nicht zu dem Torhüter gemacht, der er ist. Auch sein theoretisches Wissen über Technik und Taktik hilft ihm nur dann, wenn er es auch praktisch anwenden kann. Erst mit kontinuierlicher Übung entsteht Souveränität, eine Fähigkeit auch tatsächlich jederzeit und unbewusst einsetzen zu können.

Im Unternehmenskontext bedeutet das, dass Training on-the-job den Meister macht. Haben sich die Teilnehmer einer Weiterbildungsveranstaltung Ziele gesetzt, gilt es anschließend, im Alltag dranzubleiben. Wenn eine Führungskraft erstmals Aufgaben abgibt und delegiert, wird das womöglich nicht auf Anhieb reibungslos gelingen. Vielleicht auch nicht beim zweiten Mal. Aber mit der Zeit kommt die Erfahrung.

Geben Sie den Teilnehmern die Gelegenheit, laufend in Selbstkontrolle die Ziele zu prüfen und sich über Fortschritte mit ihrer Peer Group auszutauschen. So werden sie sukzessive ihre Fähigkeiten verbessern und sich weiterentwickeln. Das Training wird zum Erfolg.

Fazit

Serena Williams hat ihre ersten Profiturniere haushoch verloren. Der Erfolg kam auch für sie nicht über Nacht. Aber sie ist drangeblieben und wurde belohnt. Wenn Personalentwickler dieses Prinzip auf ihre Weiterbildungsmaßnahmen anwenden, steht ihnen der Weg an die Spitze offen.

https://everskill.de/de/

Über den Autor:
Tobias Stetter beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Personalentwicklung der Zukunft und wie Startups und etablierte Unternehmen dabei kooperieren können.
Mit dem digitalen Coach von everskill gestalten Personalentwickler personalisierte Weiterbildung mit der Mitarbeiter Lerninhalte nachhaltig im Alltag verankern.

Aufmacherbild / Quelle / Lizenz
Photo by Austin Distel on Unsplash

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Die Zeit der Überväter ist vorbei https://trendreport.de/die-zeit-der-uebervaeter-ist-vorbei/ Wed, 25 Nov 2020 10:15:09 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29290 Autor: Marcel Kammermayer

Nicht erst seit das Corona-Virus starken Einfluss auf unseren privaten und beruflichen Alltag nimmt, sehen sich vor allem Unternehmen nahezu täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Technologischer Fortschritt, der Ruf nach mehr Kundenorientierung, globalisierte Wertschöpfungsketten, Data Science oder der Bedarf der Mitarbeiter nach Feelgood Management, um nur wenige zu nennen, nehmen direkt oder indirekt Einfluss auf unsere „Art“ des Arbeitens. Dies bedingt folglich eine Veränderung in der Unternehmensführung und im Teammanagement.

Um mit diesem Wandel schritthalten zu können oder die daraus resultierenden Innovationen als Wachstumstreiber zu etablieren, ist eine Veränderung der eigenen Sichtweise, ein unternehmerischer Paradigmenwechsel notwendig.

Und der beginnt nun mal leider dort, wo es am meisten weh tut: in der Chefetage. Es ist eben nicht ausreichend, die Krawatte abzulegen, das eigene Eckbüro aufzugeben und sich „mit ins Team“ zu setzen. Veränderungen von Denk- und Arbeitsweisen, die einen tatsächlich business-relevanten Einfluss haben, fußen auf vier elementaren Säulen.

New Work bedeutet vor allem eine neue Art des Führens und der Selbstverantwortung

Führungskräfte und Unternehmer müssen umdenken und loslassen, vor allem was Strategie, Kultur, Organisation und Prozesse anbelangt. Darin liegt das stärkste Potential, es birgt aber auch ein hohes Risiko. Im Grunde ist es allerdings ganz einfach. Eine Veränderung loszutreten, mehr Verantwortung in die Teams zu tragen oder Abläufe neu zu denken, erfordert ein hohes Maß an Investitionsbereitschaft, Engagement und Vertrauen. Mittelfristig sollte sich das dann aber auch im Unternehmenserfolg widerspiegeln.

Integriert in die Unternehmensstrategie

Die strategische Implementierung eines VUKA-Modells (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) wirkt sich mitunter stark auf die Entscheidungsgewalt von Führungskräften aus und bedarf eines Messbarkeitsmodells. Zum Beispiel ein OKR (Objektive Key Results) Frameset, um Ergebnisse nachhaltig zu dokumentieren und fortlaufend zu optimieren.

Optimierte Ziele und alternative Herangehensweisen müssen also in die übergreifende Unternehmensstrategie mitaufgenommen und fortlaufend überprüft werden. Hierbei verschiebt sich der Gradmesser zwischen Abwarten und Handeln deutlich in Richtung Handeln, um stetig daraus zu lernen.

Neu organisiert in Ablauf und Verantwortung

Auch die neue Arbeitswelt erfordert, abhängig von der beschriebenen strategischen Nachjustierung, Eingriffe in die Organisationsform des Unternehmens. Dabei werden die Veränderungen, vor allem für Führungskräfte, am deutlichsten spürbar, denn Aufgaben und Rollen jedes einzelnen Mitarbeiters müssen neu interpretiert und Ressourcen bedarfsgerecht geplant werden.

Gab es bisher also beispielsweise den Projektauftrag, Bestellvorgänge im Kundenportal zu optimieren, so war das Ziel eindeutig definiert. Wurde dieses anfangs formulierte Ziel erreicht, war das Projekt erfolgreich – unabhängig davon, ob die Kunden die Optimierung ebenfalls als eine solche wahrnehmen.

Organisatorisch folgte ein solches Projekt einer klar definierten Hierarchie: Die Führungskraft beauftragt, der Projektverantwortlicher steuert das Team, in dem jeder einzelne eine klar definierte Aufgabe hat, die idealerweise exakt seiner Berufsbezeichnung entspricht. Der Projektmanager sorgt für die Umsetzung, der Designer gestaltet die Benutzeroberfläche und der Entwickler programmiert. Alles schön linear organisiert in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten.

In einer agil oder nach New Work ausgerichteten Organisation werden Projekte in viele kleine Einzelprojekte unterteilt. Dies geschieht, um Arbeitspakete zu schnüren, die schneller und unabhängig voneinander bearbeitet werden können, um somit das Gesamtziel schneller zu erreichen. Scheitert eines der Teilprojekte,  bleibt das Gesamtziel ungefährdet. Es besteht außerdem die Möglichkeit, noch während der Umsetzungsphase auf äußere Veränderungen, die im konventionellen Projektmanagement wohl ein Scheitern oder Neustart des Projektes bewirkt hätten, zu reagieren. Die Ergebnisse dieser einzelnen Arbeitspakete werden dann bereits im frühen Entwicklungsstatus an einer echten Zielgruppe getestet. Erst nach erfolgreichem Nutzertest werden sie in die nächste Entwicklungsstufe überführt. Die getesteten Einzelmodule bilden nun die die Basis für den nächsten Schritt.

Dieses agile Vorgehen bedingt, dass sich die Rollen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Teammitglieder aber auch der Führungsebene stark verändern. Jedes Mitglied des Projektteams widmet sich einer gerade anfallenden Aufgabe, für die es am besten geeignet ist. Der Projektverantwortliche ist ebenso Teil des operativen Teams. Die Führungskraft entscheidet nicht erst nach Fertigstellung über den Erfolg des Projektes, sondern gemeinsam mit allen Teammitgliedern über die erfolgreiche Fertigstellung der einzelnen Projekt-Milestones.

Durch diese selbstverantwortliche und im Idealfall auch selbstorganisierende Team- und Projektorganisation bleibt letztendlich zwar der Entscheider als Rolle und Teil des Teams erhalten –  aber das, worüber er entscheidet, wird sich in Zukunft verändern.

Das funktioniert auch ganz hervorragend in remote arbeitenden Teams. Fühlt sich die Führungskraft durch fehlendes Vertrauen in seine selbstorganisierenden Teams nicht in der Lage, Ergebnisse und Tätigkeiten zu kontrollieren, dann sollte sie sich die Frage gefallen lassen, ob sie im Recruiting die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Nährboden in Form von Kultur und Mindset

Denn die wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Teamführung in einer agilen Arbeitsorganisation sind Motivieren und Befähigen. Diese Fähigkeiten entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Eine Fehler- und Lernkultur, die Mitarbeiter dazu ermutigt Dinge auszuprobieren und aus Scheitern zu lernen, fördert Selbstvertrauen in sich und das eigene Team. Sie fördert Selbstorganisation und vor allem die Innovationskraft im Unternehmen. Kollaboration und Wissenstransfer in multidisziplinären Teams und darüber hinaus ermutigt Mitarbeiter sich am Gestaltungsprozess zu beteiligen und zum Unternehmenserfolg beizutragen.

Natürlich findet sich nicht jeder Mitarbeiter mit einer solchen Veränderung der Unternehmenskultur sofort zurecht. Umso mehr wird es Aufgabe der Unternehmensführung sein den Kulturwandel vorzuleben und noch mehr auf die individuellen fachlichen und sozialen Qualifikationen aber auch Anforderungen der eigenen Experten einzugehen und zum Wohle aller zu nutzen.

Bewusste Veränderung entlang prozessualer Leitlinien

Und nicht zuletzt muss eine solche geplante und bewusste Anpassung von Strategie, Organisation und Kultur einem strukturierten Vorgehen folgen. Dieser Prozess schafft die Leitlinien für die Konzeption, Umsetzung und Kontrolle von Change-Projekten. Er beinhaltet die projektbezogene Unterteilung in einzelne Arbeitsschritte und nutzt Prototyping als Werkzeug. Er gewährleistet die Erfolgsmessung durch Quality Gates sowie Nutzertests und baut vor allem auf die Implementierung agiler Arbeitsweisen und eines agilen Mindsets. 

Führung und Verantwortung muss also neu gedacht werden

Wenn sich Unternehmen also bewusst und nachhaltig in Richtung neuer Arbeitsweisen verändern wollen, müssen sich vor allem Führungskräfte ihrer Stärken und Schwächen bewusst sein und ihre Bereitschaft zeigen, den Herausforderungen dieses Wandels mit einer neuen Art des Führens zu begegnen. Nur so lassen sich Antworten auf die Frage nach individuellen Chancen und Herausforderungen mit den richtigen Maßnahmen und Ansätzen beantworten.

Denn die Zeit der Überväter ist spätestens seit dem wachsenden Wettbewerb durch Start-ups, wiederkehrender Disruption und dem Kampf um hochspezialisierte Arbeitskräfte vorbei.

Der langfristige unternehmerische Erfolg liegt zukünftig also wohl in einer Anpassung der strategischen Ausrichtung, selbstorganisierenden Teams, einer polykratischen Unternehmenskultur und der kontinuierlichen Anpassung interner Prozesse und Arbeitsweisen.

Über den Autor

Marcel Kammermayer, geboren 1975, startete im Juni 2018 bei der Serviceplan Gruppe als Geschäftführer von Plan.Net Campaign. Im August 2019 gründete er die Innovationsberatung Plan.Net Innovation und übernimmt dort die Rolle des Geschäftsführers Strategie & digital Transformation.

Mit einem Team von Digitalspezialisten konzentriert sich Plan.Net Innovation auf Innovationsberatung und -entwicklung wobei auf die gesamte Expertise der Serviceplan Gruppe zurückgegriffen wird. Dazu gehören Angebote wie Business Design, New digital Experiences, Product- und Servicedesign, Brand UX, Digital Transformation, Ideation, Prototyping sowie Marketing Technology Consulting. Darüber hinaus unterstützt Plan.Net Innovation seine Kunden beim Aufbau eigener Innovationskompetenz. Kammermayer berät und begleitet Kunden aus zahlreichen Branchen wie Automotive, Financial, Retail, Engergy oder Telekommunikation in den Bereichen Digital Strategie, Brand UX, digitale Transformation und Innovationsmanagement. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Strategieberatung und hat ein besonderes Gespür für die Bedürfnisse von Marken und deren Konsumenten. Dies ist unter anderem auf frühere Tätigkeit in der IT-und Managementberatung bei Booz Allen Hamilton zurückzuführen, bei der er für die Kunden Lufthansa und T-Systems zuständig war. Später war Kammermayer Leiter Media/Proudktion der Süddeutschen Zeitung. Dort war er unter anderem für die Entwicklung digitaler Formate und die Entwicklung von digitalen Produkte und Services sowie das inhouse Consulting zuständig.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.plan-net.com/de/news/plan-net-innovation.html

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Corporate Blogs https://trendreport.de/corporate-blogs/ Tue, 24 Nov 2020 07:13:41 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29265 Erfolgsfaktor im B2B Content Marketing

Corporate Blogs waren Anfang der Nullerjahre „das neue große Ding”. Auch heute bringen sie einen erheblichen Mehrwert im B2B Content Marketing – wenn die dort präsentierten Themen den Nerv der User treffen. Und die Artikel einen Mehrwert an Information bieten. Entscheidend ist es, Beiträge bereits vorab auf ihre SEO-Relevanz hin zu prüfen. Außerdem kann es sinnvoll sein, Formate wie Text, Grafik und Bewegtbild zu verbinden. Sieben Tipps, wie sich erfolgreiche Plattformen aufbauen lassen.

Um Entscheidungsträger zu überzeugen, braucht es heute gute Argumente. Werthaltiger Content wird im B2B-Marketing somit zum Erfolgsschlüssel. Digitale Unternehmensmedien wie Blogs und Online-Magazine sind geeignete Tools, um die Themen zu adressieren, die potenzielle Kunden beschäftigen. Wenn deren Fragen dort aufgegriffen werden, um Expertise dazu anzubieten, stärkt das die Positionierung von Unternehmen und Mitarbeitern. Ein weiterer Vorteil: User überfliegen die Inhalte auf Blogs nicht nur, sondern vertiefen sich in relevante Artikel.

Gleichzeitig ermöglichen es Corporate Media wie Blogs und Online-Magazine auch, der Kommunikation eine emotionale Note zu verleihen: Indem sie hinter die Kulissen blicken lassen. So wird es möglich, sowohl fachliche als auch „softe” Themen auszuspielen.

Eine aktuelle Studie von Allison + Partners zeigt: 58 Prozent der Experten für B2B-Marketing sind überzeugt, dass die Humanisierung der Marke den Umsatz steigert. Und dass eine emotionale Kundenansprache zum Aufbau einer starken Marke sowie zur Kundenbindung unerlässlich ist.

Vorteile von Blogs und Online-Magazinen im Überblick:

  • Sie helfen bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO): Jeder einzelne Beitrag fungiert als Landing Page.  
  • Sie ermöglichen es, fachliche Expertise anschaulich zu präsentieren und bieten dem Leser informativen Mehrwert.
  • In Ergänzung zum Text lassen sich auch Grafiken und Videos oder sogar Augmented-Reality-Elemente einbinden.
  • Sie ermöglichen es, hinter die Kulissen blicken zu lassen und der Kommunikation eine emotionale Note zu veleihen.

Zu Beginn ist es wichtig, einen Redaktionplan zu erstellen. Dabei sollte nach Möglichkeit jedes einzelne Thema schon vorab mit einem SEO-Experten abgestimmt werden. Sind die richtigen Keywords drin? Wie müssen Beiträge aufbereitet warden, damit Google sie findet? Diese Fragen gilt es, zu beantworten.

Sieben Tipps: Wie Sie im B2B erfolgreiche Blogs aufbauen

  1. Zielgruppen: Als erstes gilt es, die Persona zu bestimmen, die mit dem Blog erreicht werden sollen (z.B. anhand von Kriterien wie Funktion im Unternehmen, Alter, Geschlecht, Interessen, Einkommen).
  2. Ausrichtung: Es is tzu überlegen, welche drei bis fünf Kernbotschaften vermittelt werden sollen. Nur, wer hier eine Antwort geben kann, hat einen klaren Fokus.  
  3. Audience gewinnen: Ohne Leser bringt die beste Plattform nichts. Um Traffic zu schaffen, reichen die Möglichkeiten von SEO und Keywordoptimierung über eine Distribution via Social Media bis hin zu Sponsored Posts. Auch die Einbindung in Newsletter ist sinnvoll – so können bereits bestehende Kontakte erreicht werden. Die Chancen auf höhere Conversion Rates steigen.
  4. Redaktionsplan: Ein mittel- bis langfristiger Redaktionsplan gibt der Kommunikation ein Grundgerüst. Im Idealfall legen die Marketing-Verantwortlichen die Themen über mindestens die folgenden sechs Monate fest. Bei Bedarf können neue Themen ergänzt werden.
  5. Verlinkungen: Damit User mehr über Unternehmen und Angebote erfahren, können Links zur Website eingebaut werden. Diese sollten zum Thema passen, das im Artikel behandelt wird.
  6. Erfolgsmessung: Meist dauert es eine Weile, bis die Erfolge eines Blogs sichtbar werden und Beiträge via Google auffindbar sind. Wichtig ist, den Traffic zu überprüfen und zu analysieren, ob es gelingt, die richtigen User zu erreichen. Ebenso ist es unerlässlich, Maßnahmen zu treffen, um die Zahl der Visits laufend zu erhöhen.
  7. Das richtige Content Management System: Welches System sich eignet, hängt insbesondere davon ab, ob der Blog in die Website eingebettet ist oder separate läuft. Für alle, die eine eigenständige Plattform aufbauen, eignet sich in der Regel WordPress sehr gut.

Über den Autor

Michael C. Schmitt ist Inhaber und Leiter Beratung bei schmitt kommuniziert. Die PR-Agentur mit Sitz in München und Würzburg versteht sich als vordenkender Partner für strategische Kommunikation. Sie hilft Start-ups und mittelständischen Unternehmen auf Grundlage von Content-Strategien, sich in Medienarbeit und digitalem Marketing erfolgreich aufzustellen.

Mehr unter www.schmitt-kommuniziert.de.

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Digital Business School https://trendreport.de/digital-business-school/ Fri, 20 Nov 2020 07:15:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29244 Transformation beginnt im Kopf: Wie man lernt, digital zu handeln

Die Digitalisierung verändert berufliche Kompetenzprofile und Karrierewege. Vor allem, wenn Entwicklungen so rasant verlaufen wie in den vergangenen Monaten, zeigt sich eindeutig, dass Weiterbildungen auf digitaler Ebene notwendig sind, um den Anschluss nicht zu verlieren. Viele Unternehmen müssen Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten und interne Strukturen mit Blick auf ihre Kunden und Nutzer neu denken, digital denken. Eine digitale Transformation beginnt aber nicht in der IT-Landschaft des Unternehmens, sondern in den Köpfen aller Mitarbeiter.

Dennoch zeigen Studien[1] ein anderes Bild: Der Fortschritt beim Ausbau digitaler Kompetenzen in der Personalentwicklung ist gering. Unternehmen fällt es immer noch schwer, an dieser Stelle zu investieren, um digitalen Herausforderungen mit einer tragfähigen Strategie zu begegnen. Doch eins ist klar: Recruiting von Fachkräften allein reicht nicht, denn gebuhlt wird um Digitalexperten auf allen Ebenen – lokal, national, international und branchenübergreifend. Unternehmen sollten daher verstärkt auf die Weiterbildung eigener Mitarbeiter setzen – on the job.

Digitalisierung als Chance: So lernen Mitarbeiter, digital zu handeln

Digital zu denken und zu handeln, kann man lernen. Es ist wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch: Hat man einmal die Grundprinzipien verstanden, ist es eine Frage der regelmäßigen Anwendung. Je intensiver geübt wird, desto besser wird die Fähigkeit.

In guten Weiterbildungen werden diese Grundprinzipien durch interaktive und praxisnahe Formate vermittelt, theoretisches Wissen aufgebaut und deren praktische Anwendung geübt. Dabei sollten die Lehrinhalte von der Grundsatzfrage, was die Digitalisierung für das eigene Unternehmen bedeutet, bis zur individuellen Fragestellung alles umfassen, was Mitarbeiter brauchen, um im Anschluss selbstständig digital denken und damit die Digitalisierung im eigenen Unternehmen nachhaltig vorantreiben zu können. Eine gute Digital-Weiterbildung vermittelt einerseits konkretes Hintergrundwissen – u. a. zur Entwicklung und Umsetzung von Digital-Strategien, zu Innovation und Change-Management, zu Technologien und deren Zusammenspiel innerhalb einer Systemlandschaft, zum nutzerzentrierten Aufbau von Websites und Plattformen und deren datengestützten Optimierung und Weiterentwicklung sowie zu effektivem Digitalmarketing – und entwickelt andererseits bei den Teilnehmern praktische Skills zur Anwendung und Umsetzung des Gelernten im eigenen Unternehmen.


„Personalentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung ist ein Thema, um das kein Unternehmen herumkommt.“

Christian Otto Grötsch

Die Vorteile für Unternehmen, in die Ausbildung eigener Digitalexperten zu investieren, liegen klar auf der Hand: Wer die Fachkräfte selbst ausbildet, muss sie nicht langwierig suchen und sich mit Wettbewerbern auseinandersetzen. Die Weiterbildung des bestehenden Personals vereint das Beste aus beiden Welten: Unternehmensexpertise und Digital-Kompetenz. Denn die eigenen Mitarbeiter kennen ihr Unternehmen, dessen Prozesse und Kultur sowie die Branche und den Markt bereits und eignen sich durch die Weiterbildung zusätzlich Digitalexpertise an. Sie beschäftigen sich bereits währenddessen damit, wie sie das neue Wissen für das eigene Unternehmen einsetzen können – und sind somit Unternehmensinsider und Digitalexperte in Personalunion.

Im Gegensatz dazu bringen neu eingestellte Fachkräfte zwar Digital-Know-how mit, kennen aber das Unternehmen nicht und müssen sich die Kenntnisse um dessen Geschäft, den Markt und die Branche mit allen Eigenheiten und Prozessen erst noch aneignen. Auch auf die Akzeptanz anderer Mitarbeiter im Hinblick auf Digitalisierung und Veränderungsprozesse kann sich die Weiterbildung des bestehenden Personals positiv auswirken: So fällt es Mitarbeitern oft leichter, Vorbehalte und Unsicherheit in Bezug auf die digitale Transformation zu überwinden, wenn das Thema von Personen aus den eigenen Reihen getrieben und vorgelebt wird. Zudem sind Arbeitgeber, die auf die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter setzen, bei potenziellen und bestehenden Mitarbeitern beliebter.

Doch bleiben die Fragen, wie man Potential weckt und es mit Blick auf die Digitalisierung fördert oder wo es gute Kooperationspartner für Weiterbildungsmaßnahmen gibt. Auch an dieser Stelle gibt es eine Vielzahl von Anbietern auf dem Markt. Ein gutes Beispiel für praktische digitale Weiterbildung ist die Digital Business School.

So profitieren Unternehmen von E-Commerce Managern und Digital Transformation Architects

Die Digital Business School ist ein Weiterbildungsprojekt der Digitalagentur dotSource in Kooperation mit dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e. V. (bevh) und dem ECC Köln. Durch diese Kooperation und die enge Zusammenarbeit bei der Konzeption sowie der inhaltlichen und methodischen Ausgestaltung der Seminare erfüllen die Weiterbildungen der Digital Business School sowohl einen hohen praxisorientierten als auch wissenschaftlichen Anspruch.

In modular aufgebauten Seminarreihen können sich Fach- und Führungskräfte aus B2B und B2C zum zertifizierten E-Commerce Manager oder Digital Transformation Architect weiterbilden und dabei lernen, sich mit grundlegenden Fragen zur Digitalisierung auseinanderzusetzen und selbstständig Lösungen für digitale Herausforderungen zu entwickeln. Teilnehmer erhalten umfassendes praxisrelevantes Know-how in unterschiedlichen Digitaldisziplinen, um damit geeignete Tools und Methoden für das eigene Unternehmen auszuwählen sowie eine 360-Grad-Sicht auf die komplette Prozesskette der Digitalisierung zu erhalten. Gemeinsam werden nutzerzentrierte Innovations- und Lösungsansätze entwickelt und die Grundlage für selbstständiges Innovationstreiben gelegt.

Mit den umfangreichen und tiefen Kenntnissen sowie neu erworbenen Fähigkeiten, die die Teilnehmer aus der Weiterbildung mitnehmen, tragen sie im eigenen Unternehmen zur Umsetzung erfolgreicher Digitalprojekte und -strategien  bei.

Wer in die Digitalkompetenz des Personals investiert, investiert in eine sichere Unternehmenszukunft

Personalentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung ist ein Thema, um das kein Unternehmen herumkommt. Dabei geht es keineswegs darum, Bewerbungs- und Rekrutierungsprozesse zu digitalisieren, sondern vielmehr darum, Personal so weiterzuentwickeln, dass es in der Lage ist, Zukunftsfragen zu lösen – Fragen, die stets einen Digitalisierungsbezug haben. Technisches Know-how ist dabei ebenso wichtig wie strategisches.

Alle Informationen zum Weiterbildungsangebot der Digital Business School sind hier zu finden.

Autor Christian Otto Grötsch

Christian Otto Grötsch, Gründer & Geschäftsführer bei dotSource

2006 gründete Christian Otto Grötsch zusammen mit Christian Malik die Digitalagentur dotSource. Dort beraten die beiden gemeinsam mit ihrem jungen und stetig wachsenden Team mittelständische Unternehmen sowie international operierende Konzerne zu Strategien und Technologien im Digital Business. Über seinen persönlichen Werdegang als Absolvent der EAH Jena (Bachelor) und der Steinbeis HS Berlin (Master) im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen, Projektleiter bei Auxion und Navpunkt, Softwareentwickler und Presales Consultant bei Intershop, Gründer und Geschäftsführer der dotSource sowie der Digital Business School und Blogger bei Handelskraft hat Grötsch seine Passion für E-Commerce und Digitales zum Beruf gemacht und steht als Initiator, Mitgestalter und Wegbegleiter großer Projekte, einzigartiger Events und (digitaler) Kundenbeziehungen seinem Team zur Seite.


[1] https://tinyurl.com/yyt25e6f

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Smarte Paketzustellung https://trendreport.de/smarte-paketzustellung/ https://trendreport.de/smarte-paketzustellung/#comments Thu, 19 Nov 2020 15:59:12 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29251 Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt SMile entwickelt ein System für die effizientere Zustellung von Warensendungen. Das Ziel: Ressourcen und Umwelt schonen durch Vermeidung unnötiger Fahrten zu Empfängern, die nicht anzutreffen sind – sowohl in der Stadt als auch im ländlichen Raum.

In der Logistik fällt der letzte Schritt meist am schwersten. Bis zu 75 Prozent der gesamten Kosten einer Lieferkette verursacht die Lieferung auf der sogenannten „letzten Meile“, die Zustellung einer Sendung bis an die Haustür eines Empfängers. Der wichtigste Grund dafür ist, dass auf der letzten Meile jede Sendung einen individuellen Weg zurücklegt. Synergien sind hier allenfalls noch durch eine möglichst effiziente Routenplanung zu heben. Ist ein Empfänger nicht anzutreffen und kann die Lieferung auch nicht bei Nachbarn abgegeben werden, landet sie wieder im Zustellzentrum und muss erneut ausgeliefert oder auch zurück an den Versender geschickt werden.

Weihnachten 2020 wird das Fest der Paketzustellung

Durch den Mangel an Parkraum sind kleinere Staus gerade in Innenstädten oft unvermeidlich. Diese sind umso ärgerlicher, wenn in den engen Straßen gleich mehrere Zusteller unterschiedlicher Dienstleister Wege blockieren. In ländlichen Gebieten sind für einzelne Lieferungen wiederum oft lange Strecken zurückzulegen, was weder besonders wirtschaftlich noch ökologisch ist. Durch das Ladensterben im ländlichen Raum nimmt die Zahl der Bestellungen jedoch auch dort kontinuierlich zu.

In Deutschland wurden 2019 rund 3,7 Milliarden Sendungen ausgeliefert. Die Coronakrise hat zwar zu einem Einbruch im Warenverkehr an Geschäfte und Unternehmen geführt, doch bei Endkunden wirkt sich der Coronaschock in die genau andere Richtung aus: Laut einer Erhebung des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) ist für 2020 im Vergleich zu 2019 mit einer Verdopplung der Zuwächse von 15 bis 20 Prozent bei den Paketsendungen für private Haushalte zu rechnen. In der Weihnachtszeit 2020 werden vermutlich 420 Millionen Pakete ausgeliefert. Das ist eine Zunahme um rund 60 Millionen Stück gegenüber dem Vorjahr.

Motor der Entwicklung ist der Online-Handel, der allein im dritten Quartal 2020 um über 13 Prozent zulegte. Viele Verbraucher, die vor der Coronakrise nicht oder nur zögerlich online einkauften, haben ihre Zurückhaltung mittlerweile abgelegt. Entsprechend geht der Branchenverband BIEK davon aus, dass das Sendungsvolumen von 3,7 Milliarden Stück im Jahr 2019 auf etwa 4,5 Milliarden bis 2024 steigen wird. Das verschärft die Herausforderungen auf der letzten Meile noch weiter.

Smarte Technologien für eine kooperative und vernetzte Logistik

Mithilfe intelligent vernetzter Technologien will das Forschungsprojekt SMile – Smart Last-Mile Logistik – die Zustellung auf der letzten Meile effizienter und kundenfreundlicher gestalten. Das im Technologieprogramm Smart Service Welten vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt bildet die Sendungen dafür über eine digitale Plattform virtuell ab. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen Pakete oder Päckchen entlang des gesamten Lieferweges vollumfänglich nachverfolgt und ihr Transport so jederzeit in jede gewünschte Richtung gelenkt werden kann.

Zu dieser Innovation gehört auch, dass die Sendungen jeweils mit einem elektronischen Produktcode nach einem einheitlichen Standard ausgezeichnet werden. Das ermöglicht die reibungslose Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette über Unternehmensgrenzen hinweg. Auch Lieferdienste, die bislang aufgrund technischer Insellösungen nicht miteinander kooperieren können, sind so in der Lage, sich auf der letzten Meile gegenseitig zu unterstützen, etwa indem sie auf ihren Touren auch Pakete des Partnerdienstes ausliefern. Über die Zusammenstellung der Touren entscheiden KI-Algorithmen. Diese berücksichtigen bei ihrer Planung dann auch Liefertermine und Lieferorte, die die Empfänger über eine App angeben und noch kurzfristig ändern können.

Die smarte Paketzustellung ermöglicht innovative Lieferkonzepte

Die virtuelle Abbildung der Lieferinfrastruktur eröffnet zudem neue Möglichkeiten: Durch den Einsatz von Sensoren und mobilen Lokalisierungs- und Authentifizierungsmethoden über Apps lassen sich Sendungen auch an sicheren Orten für die Empfänger deponieren. Erprobt wird derzeit beispielsweise die Zustellung direkt in den Pkw-Kofferraum. Für ländliche Gebiete bieten sich vor allem Mitnehmdienste von Nachbarn an. Um die Zahl der Fahrten zu reduzieren, können Lieferungen beispielsweise auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder bei Einkäufen in den größeren Orten der Region mit dem Auto mitgenommen und an Nachbarn verteilt werden.

Möglich wird das durch Mikro-Depots, die als dezentrale Anlaufstellen etwa in Einzelhandelsgeschäften oder Supermärkten die Pakete zwischenlagern. Solche Depots sind als „City-Hubs“ auch in den Städten sinnvoll: Die in der Nähe wohnenden Empfänger können ihre Sendung dann dort abholen, wenn es zeitlich für sie am besten passt. Noch kundenfreundlicher ist der Service des Pilotprojekts „KOPKIB“ im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Dort setzt das Berliner Institut für angewandte Forschung bereits die von SMile entwickelten Konzepte und Technologien um. Die Sendungen unterschiedlicher Lieferanbieter werden dazu in den Mikro-Depots gesammelt. Sogenannte „Kiezboten“ liefern die Sendungen anschließend mit Lastenfahrrädern zum Wunschtermin der Empfänger aus. Knapp 70 Prozent der Empfänger wählen die Zustellung in den Abendstunden. Das macht den Job des Kiezboten besonders für Studenten interessant, denen so tagsüber genug Zeit für Seminare und Vorlesungen bleibt.

Die ersten Erfahrungen des Projekts zeigen, dass durch die smarte Paketzustellung die Zahl an Fehlzustellungen erheblich verringert wird. Von der Vernetzung profitieren aber nicht nur die Paketdienste, sondern auch die Umwelt – und nicht zuletzt auch der Gemeinschaftssinn der Nachbarschaft, die wie im Charlottenburger Beispiel neue Formen des Miteinanders erlebt.

Über den Autor

Björn Marc Paulus ist Geschäftsführer der pickshare GmbH. Sie ist Teil des SMile-Projekts, das im Rahmen des Technologieprogramms Smart Service Welten vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird

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Offene Plattformen https://trendreport.de/offene-plattformen/ https://trendreport.de/offene-plattformen/#comments Thu, 19 Nov 2020 09:00:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=28971 Martin Beyer, Vorstandssprecher der Fiducia & GAD IT AG, erläutert im Hintergrundgespräch mit der TREND-REPORT-Redaktion, wie dank technologischer Offenheit in neuen Plattformarchitekturen der Weg frei für neuartige Serviceideen und Geschäftsmodelle gemacht wird.

Herr Beyer, wo lagen die Herausforderungen für die Volks- und Raiffeisenbanken, den einheitlichen Standard von agree21 zu implementieren? Was genau hat den Migrationserfolg bei Ihren Kunden ausgemacht?

Die größten Herausforderungen hatten zweifellos diejenigen Mitgliedsinstitute zu bewältigen, die vom früheren GAD-Bankverfahren bank21 auf den gemeinsamen Standard agree21 umgestellt wurden. Denn der Systemwechsel ließ so gut wie keinen Bankprozess unberührt. Hinzu kamen die durchaus unterschiedlichen Voraussetzungen und Geschäftsmodelle in den Häusern, die wir als Dienstleister zu berücksichtigen hatten. Dass diese deutschlandweit beispiellose Massenmigration tatsächlich wie geplant im vorigen Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde, verdankt sich in erster Linie dem engen Schulterschluss zwischen den betroffenen Banken, uns als IT-Provider und allen anderen Dienstleistern in der genossenschaftliche FinanzGruppe. Echte Teamarbeit! Als entscheidende Erfolgsfaktoren erwiesen sich vor allem die erprobte und stabile Migrationsmethodik und die stringente Projektsteuerung. Die Konsolidierung ist jetzt abgeschlossen und wir können nach vorne schauen. Die Aufgaben mit Blick auf die Digitalisierung des Banking sind gewaltig.

Welche Vorteile bringt dieser gemeinsame Standard den Volks- und Raiffeisenbanken? Werden sie dadurch agiler?

Von der Systemkonsolidierung profitiert der gesamte Genossenschaftsverbund zunächst einmal durch beträchtliche Kostenvorteile, da nun nicht mehr zwei verschiedene Systeme parallel gepflegt und weiterentwickelt werden müssen. Für die betroffenen Banken heißt das insbesondere, dass wir Funktionserweiterungen in Zukunft deutlich schneller zur Verfügung stellen können als bei einer zweigleisigen Systementwicklung. Die nachhaltige Bedeutung der Verfahrenskonsolidierung geht aber über solche Synergien hinaus. Wir können jetzt den zwingend notwendigen strategischen Kurswechsel hin zu einer ganz anderen Art der Servicebereitstellung auf der Grundlage einer offenen Plattformarchitektur beginnen umzusetzen – moderne Oberflächen, Omnikanal-fähig, offen für Partnerlösungen, mit einem effizienten Entwicklungs- und Betriebsmodell, digital und maximal automatisiert.

Inwiefern trägt die offene Plattformarchitektur zu höherer Agilität bei? Und welche neuen Geschäftsmodelle werden dadurch möglich?

Im Vergleich zum heutigen monolithischen und daher naturgemäß schwerfälligen Kernbanksystem können wir digitale Lösungen über offene Plattformen nicht nur mit höherem Tempo, sondern auch gemeinsam mit den Kunden näher am realen Bedarf der Kunden entwickeln und in kurzen Sprintzyklen sukzessive bereitstellen. Somit werden nach und nach die großen und komplexen Releases entfallen, ein enormer Vorteil mit Blick auf die Time-to-Market. Banken gewinnen dadurch mehr Agilität im Wettbewerb, weil sie nun zeitnah und hocheffizient auf neue Marktanforderungen und veränderte Kundenbedürfnisse reagieren können. Dabei helfen ihnen zum Beispiel innovative Smart-Analytics-Lösungen, den aktuellen Bedarf ihrer Kunden noch besser zu verstehen. Offen ist unsere Plattformarchitektur sowohl für Partner aus dem Genossenschaftsverbund als auch für Drittanbieter wie etwa Startups aus der FinTech-Szene. Deren Serviceinnovationen, die sich oftmals nicht auf klassische Bankdienstleistungen beschränken, lassen sich künftig nahtlos in ein konsistentes Lösungsportfolio integrieren. So gesehen macht die technologische Offenheit unserer neuen Plattformarchitektur den Weg frei für neuartige Serviceideen und Geschäftsmodelle, mit denen jede Volks- und Raiffeisenbank das digitale Nutzungserlebnis ihrer Kunden bereichern kann.

Welche Bedeutung hat die strategische Plattformorientierung für die Zukunft der Banken und wie profitiert die Genossenschaftsgruppe davon?

Der Plattformgedanke ist von fundamentaler Bedeutung, wenn es um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Volks- und Raiffeisenbanken in einem anhaltend volatilen Marktumfeld geht. Die genossenschaftliche FinanzGruppe profitiert als Ganzes, weil unsere strategische Neuausrichtung die technologischen Weichen für eine intensivierte Kooperation innerhalb der Gruppe stellt und zugleich eine noch stärkere Kundenorientierung ermöglicht. Das Ergebnis ist dabei mehr als die Summe seiner Einzelteile. Denn aus Sicht des Kunden verbinden sich klassische Bankdienstleistungen beispielsweise mit passenden Versicherungs- und Vorsorgeprodukten von Verbundpartnern zu einem ganzheitlich wahrgenommenen Angebot, das via Omnikanal kundenindividuell genau zum richtigen Zeitpunkt aktiviert wird. Wie gesagt schließt dies perspektivisch auch Serviceinnovationen von Drittanbietern außerhalb des Genossenschaftsverbunds mit ein. Die Volks- und Raiffeisenbanken können in Zukunft also innerhalb eines digitalen Ökosystems regionaler Prägung agieren.

Heißt das, dass offene Plattformen die Banken befähigen, in einer vernetzten Gesellschaft schnell genug auf neue Marktherausforderungen zu reagieren?

So ist es: Sie können schnell und adäquat auf Bedarfsveränderungen reagieren und sich bietende Chancen besser IT-unterstützt und digital in den Markt bringen. In der schon deutlich sichtbaren Plattformökonomie lassen sich zum Beispiel aufsichtsrechtlich konforme und sicher vernetzte Banking-Lösungen durch uns, den Digitalisierungspartner der Volks- und Raiffeisenbanken, zentral bereitstellen. Das Innovationstempo wird künftig also nicht mehr durch dezentrale Compliance-Vorkehrungen ausgebremst. Insgesamt gewinnen unsere Mitgliedsbanken mehr Freiraum, um ihre Kunden durch maßgeschneiderte Angebote in jeder Lebenslage zu begleiten. Letztlich sind es die verbesserten Möglichkeiten zur hocheffizienten Vernetzung von Angeboten und Kompetenzen innerhalb und außerhalb des Genossenschaftsverbundes, mit der die Volks- und Raiffeisenbanken ihre traditionellen Stärken als Wettbewerbsvorteil in der digitalen Ära ausspielen können.

Lesen Sie mehr im Gastbeitrag von Martin Beyer:
Die Zukunft der Banken? Mehr als Banking!

www.fiduciagad.de

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Digitale Präsenz zeigen https://trendreport.de/digitale-praesenz-zeigen/ Thu, 19 Nov 2020 07:15:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29189 Nina Rahn, Geschäftsführerin von d.vinci erläutert im Hintergrundgespräch, was Unternehmen jetzt tun können, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden.

Frau Rahn, welche Rekrutierungstrends machen Sie aus?

Die Vielfalt der Möglichkeiten, potenzielle Mitarbeiter zu finden und anzusprechen, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und Unternehmen können aus einem Blumenstrauß an Recruitingmaßnahmen wählen. Das ermöglicht Chancen, insbesondere auch für KMUs, die auch auf unkonventionellen Wegen neue Mitarbeiter ansprechen können, ohne auf große Werbebudgets angewiesen zu sein. Es erfordert aber auch, dass Recruiter sich laufend mit neuen Medien als auch mit verändernden Erwartungen der Zielgruppe auseinandersetzen.

Unternehmen sollten sich ihrer Arbeitgebermarke („Employer Branding“) und ihrer Zielgruppen bewusst werden, denn ein klares Arbeitgeberprofil schafft es, die passenden Kandidaten anzusprechen und hierdurch eher weniger, dafür aber passendere Bewerbungen zu erhalten. Klarheit über die eigene Marke und ein gutes Verständnis für die Bewerberzielgruppe ist die Basis für alle weiteren Entscheidungen im Recruiting.

Arbeitgeber brauchen eine digitale Präsenz! Das ist im besten Falle ein Karrierebereich auf der Website, in dem neben den aktuell offenen Stellen insbesondere ein authentisches Bild des Unternehmens gezeigt werden sollte: viel Persönlichkeit, Echtheit, Klarheit ist auch hier gefordert. Hier führt übrigens kein Weg mehr daran vorbei, alle Informationen als auch die Bewerbungsmöglichkeiten mobil bereitzustellen – ein Großteil der Kandidaten informiert sich über das Smartphone und auch die Bewerbungen über mobile Geräte nehmen stetig zu. Auch Social Media Profile sind ergänzend gute Anlaufstellen für Kandidaten, um authentische Einblicke in die Organisation zu erhalten!

Messen und verbessern: Um den Recruitingprozess zu verbessern, sollten Unternehmen ihre wichtigsten KPIs kennen und diese regelmäßig bewerten – und dabei auch Bewerber aktiv um qualitatives Feedback zum Prozess bitten. Gerade hier schlummern häufig gute Ansätze und nicht zuletzt zeigen Arbeitgeber hierdurch, dass sie lernwillig sind und Wert auf die Meinung ihrer (potenziellen) Mitarbeiter legen.

Nina Rahn



Welche Vorteile hat das digitale Onboarding für Personaler?
(…gerade in Zeiten der Pandemie?)

Unternehmen, die einen strukturierten Onboarding-Prozess pflegen, haben beste Chancen, neue Kollegen schnell und effizient in ihr neues Arbeitsumfeld zu integrieren und für eine hohe Mitarbeiterbindung zu sorgen. Durch die Digitalisierung der wesentlichen Prozessschritte können Teamkollegen, Vorgesetzte und alle anderen Unterstützenden in das Onboarding des neuen Mitarbeiters eingebunden werden, und gleichzeitig für alle zu jeder Zeit der Überblick gewahrt werden.

Das schafft Bewusstsein auch jenseits der Personalabteilung, und spart wichtige Zeit, die wiederum in persönlichen Austausch mit dem neuen Mitarbeiter investiert werden kann. Denn Onboarding ist viel mehr als nur die fachliche Einarbeitung: Gerade in Zeiten der Pandemie haben viele neue Mitarbeiter ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl, dem Unternehmen aktiv begegnen können, indem sie bereits ab der Vertragsunterschrift ein Gefühl der Zugehörigkeit ermöglichen, und neue Kollegen bereits vor dem ersten Tag als Teil des Teams betrachten.


Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf den Fachkräftemangel?
(Sind Fachkräfte in der Krise noch immer rar?)

Der Fachkräfteengpass als eine der größten Herausforderungen für Unternehmen hat sich unseres Erachtens auch in der bisherigen Krise nicht lösen können. Sicherlich gibt es durch die aktuellen Beschränkungen einiger Branchen sowie Personalabbau und drohende wirtschaftliche Schieflagen punktuell vermehrt freie Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.
Doch auch die aktuelle Konjunkturlage ändert nichts an der Tatsache, dass wir strukturell bedingt Engpassberufe haben, in denen Unternehmen händeringend hoch qualifizierte Mitarbeiter suchen, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich sein zu können. Das betrifft insbesondere medizinische und pflegende Berufe, aber auch die Baubranche und IT-Berufe. In der aktuell unsicheren Konjunkturlage ist sogar zu erwarten, dass Fachkräfte die Sicherheit des aktuellen Arbeitsplatzes bevorzugen und hierdurch die allgemeine Wechselwilligkeit von Arbeitnehmern zumindest temporär sinken wird.

Was sollten Unternehmen jetzt machen, um die aktuelle Situation zu meistern?

Zunächst einmal: Um bestehende Mitarbeiter kümmern! Gute Kommunikation (gerade in der Krise!), wertschätzender Umgang und sichtbare Entwicklungsperspektiven helfen, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und zumindest teure Nachbesetzungen zu vermeiden.

Gerade jetzt ist es außerdem wichtig, als Arbeitgebermarke sichtbar zu bleiben. Organisationen sollten keinesfalls ihre Außenkommunikation einstellen, sondern stattdessen versuchen, immer wieder bei den relevanten Zielgruppen sichtbar zu sein, um zu einem späteren Zeitpunkt als potenzieller Arbeitgeber in Betracht gezogen zu werden.

Auch wenn aktuell keine Stellen zu besetzen sind, können Unternehmen sich über Social Media und Business-Netzwerke ihre digitale Präsenz ausbauen, ein Kandidatennetzwerk pflegen und regelmäßig einen authentischen Einblick hinter die Kulissen ermöglichen, ohne dass dabei hohe Kosten anfallen – und manchmal führt ja gerade ein geringes Budget zu außergewöhnlichen Ideen, durch die sich Arbeitgeber von ihren Wettbewerbern um die besten Talente abheben können.

Und zu guter Letzt: auch in der Krise die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen weiter vorantreiben – dieser „Trend“ wird nicht mehr verschwinden! –  und sich damit zukunftsweisend aufstellen!

Die Geheimnisse guter Teamarbeit lüftet die HR-Expertin im Beitrag: Erfolgsfaktor Vertrauenskultur

www.dvinci.de

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