Bildung – Trend Report https://trendreport.de Redaktion und Zeitung für moderne Wirtschaft Sun, 05 Nov 2023 17:42:14 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.3.2 Studierende und Mitarbeiter der FH Münster recyceln Bagasse zu nachhaltigem Kunststoff https://trendreport.de/studierende-und-mitarbeiter-der-fh-muenster-recyceln-bagasse-zu-nachhaltigem-kunststoff/ Sat, 04 Nov 2023 07:00:35 +0000 https://trendreport.de/?p=42527 .avia-image-container.av-ll1237jy-ef8ee64cdb94fd44561b2f0b7dbdc623 img.avia_image{ box-shadow:none; } .avia-image-container.av-ll1237jy-ef8ee64cdb94fd44561b2f0b7dbdc623 .av-image-caption-overlay-center{ color:#ffffff; }

Nachhaltiger Kunststoff: Martin, Calvin und Bence recyceln Bagasse

Es riecht nach Barbecue-Soße im Labor für Kunststofftechnologie am Fachbereich Chemieingenieurwesen. Oder zumindest erinnert der Duft, der aus der Spritzgießmaschine strömt, sehr stark daran. Bei 190 Grad Celsius verarbeitet die Maschine gerade einen Mix aus Bagasse und einem Biopolymer, um daraus einen recycelbaren Kunststoff herzustellen. Bagasse sind Pflanzenreste, die bei der Zuckerproduktion nach dem Auspressen von Zuckerrohr übrigbleiben. Der rauchig-süße Geruch kommt also nicht von ungefähr. Gemeinsam mit Labormeister Martin Althoff suchen die Design-Studenten Calvin Middel und Bence Ridder einen Weg, dieses Material sinnvoll zu Alltagsgegenständen zu verarbeiten.

Bence Ridder (l.) und Calvin Middel untersuchen für ihre Bachelorarbeit am Fachbereich Design der FH Münster, wie man aus dem Reststoff von Zuckerrohr recycelbare Alltagsgegenstände herstellen kann. (Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)


Auf den Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas wird jede Menge Zuckerrohr angebaut, der vor allem zum Brennen des Zuckerrohrschnapses Grogue verwendet wird. „Die Bagasse ist im Grunde ein Abfallprodukt. 20.000 Tonnen fallen jährlich davon auf Kap Verde an und sie dienen nur als Brennmaterial für den Schnaps“, sagt Calvin, dessen Mutter selbst von der Inselgruppe stammt. „Bence und ich haben uns gefragt, was man stattdessen mit dem Material machen könnte.“ Für ihre Bachelorarbeit im Produktdesign sind die Studenten deshalb nach Kap Verde gereist, um sich vor Ort über das Material zu informieren und herauszufinden, was die Menschen dort eigentlich benötigen. „Regionale Nahrungsmittel haben dort eine hohe Bedeutung“, sagt Bence. „Wir entwickeln deshalb in unserer Arbeit auch eine Bagasse-Presse, um aus dem Material zum Beispiel Einweg-Geschirr oder -Becher machen zu können, die aber biologisch abbaubar produziert werden.“



 „Wir entwickeln deshalb in unserer Arbeit auch eine Bagasse-Presse, um aus dem Material zum Beispiel Einweg-Geschirr oder -Becher machen zu können, die aber biologisch abbaubar produziert werden.“

Um zu testen, ob das überhaupt möglich ist und um die Materialeigenschaften kennenzulernen, kommt das Labor für Kunststofftechnologie auf dem Steinfurter Campus ins Spiel. Bei Martin Althoff haben sie damit „offene Türen eingerannt“, wie sie sagen. Er hat sich unter anderem aufs Spritzgießverfahren spezialisiert – und wer eine gute Idee für Nachhaltigkeit in Sachen Kunststoff hat, tut an unserer Hochschule gut daran, zuerst bei ihm anzuklopfen. Bei dem Verfahren wird unter hohen Temperaturen ein Werkstoff plastifiziert und unter Druck in eine Form, das sogenannte Spritzgießwerkzeug, eingespritzt.

Im Vorversuch haben die Drei die Bagasse und das Biopolymer bei 170 Grad Celsius in einer Knetkammer vermengt, miteinander homogenisiert und bewertet. Im Nachgang haben sie aus der Rezeptur mit einem Compounder Granulat hergestellt. Dieses wird nun in der Spritzgießmaschine auf gut Glück verarbeitet. „Das ist die erste Versuchsreihe zur generellen Machbarkeit“, sagt Martin, während die Maschine im Labor rattert. „Jetzt sehen wir mal, was dabei herauskommt.“ Und der Versuch ist geglückt: Der Schulterstab, ein Probekörper, den Martin versuchsweise angefertigt hat, ist stabil. „Das sieht schon sehr gut aus. Viel besser als erwartet“, so der Fachmann. „Das funktioniert auf jeden Fall. Beim nächsten Mal sollten wir dem Kunststoff aber noch mehr Bagasse beifügen und die Verarbeitung optimieren.“

Mit der Unterstützung von Martin Althoff (r.) pressen und verkneten die Studenten Bagasse und ein Biopolymer miteinander, um dies anschließend in der Spritzgießmaschine weiterzuverarbeiten. (Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)
Der erste Versuch ist geglückt (v. l.): Bence Ridder, Calvin Middel und Martin Althoff halten die Schulterstäbe aus Bagasse und Bio-Kunststoff in den Händen. (Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)

Zwei Wochen später steht die neue Mischung und beim nächsten Versuch entstehen daraus Becher. Die Machbarkeit ist damit bewiesen. „Mit der Materialmischung und der Bagasse-Presse könnten die Menschen auf Kap Verde niedrigschwellig solche Gegenstände herstellen“, freuen sich Bence und Calvin. Zunächst bewältigen sie damit nun ihre Bachelorarbeit und präsentierten den Entwurf „CANA“ der Öffentlichkeit bereits bei der Ausstellung Parcours an der MSD, der Münster School of Design. „Wir könnten uns vorstellen, uns im Anschluss damit selbstständig zu machen und auf Kap Verde ein Unternehmen zu gründen“, überlegen die beiden. „Wir möchten, dass die Menschen dort auf kurzem Wege von unserer Arbeit profitieren und Bagasse nachhaltig verarbeiten können.“

Nachdem Martin Althoff das Mengenverhältnis von Bagasse und Biopolymer optimiert hat, sind daraus per Spritzgießverfahren recycelbare Becher entstanden. (Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)

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Die Schuldigitalisierung muss mit Hochdruck weitergehen – aber digital souverän https://trendreport.de/die-schuldigitalisierung-muss-mit-hochdruck-weitergehen-aber-digital-souveraen/ Thu, 20 Jul 2023 06:00:03 +0000 https://trendreport.de/?p=42191

Kommentar von Holger Dyroff, Co-Founder und COO von ownCloud

Eine Förderlücke beim Digitalpakt Schule oder gar ein Ausstieg des Bundes wären fatal. Damit die Schuldigitalisierung gelingt, sind aber auch die Länder in der Pflicht, findet Holger Dyroff, Co-Founder und COO von ownCloud. Sie müssen bei der Umsetzung für digitale Souveränität sorgen.

Der sogenannte „Digitalpakt 2.0“ erregt derzeit die politischen Gemüter. Das Bundesfamilienministerium erklärte vor Kurzem, dass die zweite Auflage des Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen nicht vor 2025 starten soll. Da Gelder aus dem ersten Digitalpakt nur noch bis Mai 2024 beantragt werden können, hagelt es Kritik. Lehrerverbände warnen vor einer monatelangen Förderlücke, wodurch die ohnehin nur schleppend vorankommende Digitalisierung der Schulen weiter ausgebremst werden würde. Die Kultusminister der Länder befürchten sogar, dass der Bund ganz aus dem Digitalpakt aussteigen will.

Das wäre zweifellos fatal. Die Digitalisierung der Schulen muss gelingen, denn sonst gefährden wir die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Ein Zwischenprogramm für 2024 zur Überbrückung scheint geboten und 2025 muss es dann mit Hochdruck weitergehen. Damit die Schuldigitalisierung erfolgreich ist, sind aber auch die Länder in der Pflicht. Wenn sie moderne Lernumgebungen für ihre Schulen aufbauen, müssen sie digitaler Souveränität oberste Priorität einräumen. Dazu zählt allen voran Rechtssicherheit. Der Einsatz von Tools der großen US-amerikanischen Cloud-Anbieter scheidet damit aus.

Nach bereits zwei gescheiterten Versuchen haben die EU und die USA zwar jüngst ein neues Datenschutzabkommen in Kraft gesetzt, das ein angemessenes Schutzniveau für personenbezogene Daten garantieren soll, die aus der Europäischen Union an US-amerikanische Unternehmen übertragen werden. Am Grundproblem, nämlich dem möglichen Zugriff von US-Behörden auf diese Daten, hat sich aber nichts geändert. Deshalb gehen Datenschützer fest davon aus, dass der Europäische Gerichtshof auch dieses Abkommen wieder wegen Unvereinbarkeit mit der DSGVO kassieren wird. Beim Einsatz US-amerikanischer Cloud-Tools drohen Schulen deshalb viele weitere Jahre der Rechtsunsicherheit.

Eine weitere tragende Säule digitaler Souveränität ist Selbstbestimmung. Die Garanten dafür sind Open Source und offene Standards. Sie bieten den Ländern maximale Transparenz und Kontrolle und ermöglichen es ihnen, eine eingesetzte Software bei Bedarf jederzeit gegen eine alternative Lösung auszutauschen, weil sie ihre Daten ohne Hindernisse dorthin übertragen können. Damit entgehen sie dem gefürchteten Lock-in-Effekt, der sie in immer größere Abhängigkeit von Anbietern bringt und sich in stark steigenden Kosten niederschlägt. Sie schonen damit die ohnehin knappen öffentlichen Mittel und können das eingesparte Geld an anderen Baustellen der Schuldigitalisierung sicher gut gebrauchen.

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Bild von Steven Weirather auf Pixabay

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Die attraktivsten Arbeitsplätze 2023  – Die Gewinner des Best Workplace Award zeigen, wie es geht https://trendreport.de/die-attraktivsten-arbeitsplaetze-2023-die-gewinner-des-best-workplace-award-zeigen-wie-es-geht/ Tue, 20 Jun 2023 15:45:11 +0000 https://trendreport.de/?p=41437

Ehrung der Preisträger auf der New Work Experience 2023 / Mitarbeiterförderung als Arbeitgeberaufgabe in einer hybriden Arbeitswelt / Flexibilität und variable Arbeitsorte machen den Unterschied

Wiesbaden, 20. Juni 2023 – Die Gewinner des bereits fünften Best Workplace Award stehen fest! Auf der New Work Experience in Hamburg zeichnete der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) gemeinsam mit der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu erneut vorbildliche Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Prämiert wurden diejenigen Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die attraktivsten Arbeitsbedingungen bieten. Die Preisverleihung fand am 14. Juni 2023 auf der Bühne des IBA Forum statt. Dort drehte sich an diesem Tag alles um das Thema Lernen, das sich auch im diesjährigen Sonderpreis für die Mitarbeiterförderung widerspiegelt.

Mit den Vorreitern im Gespräch

Unter dem Motto „Von den Besten lernen“ sprachen Moderatorin Jasmin Najiyya und Trendforscherin Birgit Gebhardt im Rahmen der Preisverleihung mit den Gewinnern und den Trägern der Auszeichnung. „Der Best Workplace Award verdeutlicht neue Wege und Blickwinkel für das Büro, um mit dem Wandel der Arbeitswelt Schritt zu halten“, erklärte Nina Zimmermann, CEO von kununu. „Im Fokus standen dieses Jahr gute Arbeitsbedingungen und Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung fördern“. Für den Award wurden mehr als 300.000 Unternehmensprofile und über fünf Millionen Bewertungen auf kununu.com ausgewertet. Auf dieser Basis wurden die Gewinner aus 2.100 qualifizierten Unternehmen in den beiden Hauptkategorien sowie 770 Qualifizierten für den Sonderpreis ermittelt. Flexibilität und die passende Ausstattung für hybride Arbeitsweisen sind auch in diesem Jahr die ausschlaggebenden Faktoren für die gute Bewertungen bei der Mitarbeiterzufriedenheit. Aber auch die Wertschätzung durch den Arbeitgeber spielt bei den Bewertungen eine wichtige Rolle, dabei wird häufig die Förderung der persönlichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter angeführt.

Individuelle Gestaltungsfreiheit und Wertschätzung

In der Kategorie „Große Unternehmen“ konnte sich der Personaldienstleister Adecco Medical aus Hamburg durchsetzen. Bei der Ausstattung der Büros achtet das Unternehmen nicht nur auf Attraktivität, sondern auch darauf, die Stärken der einzelnen Mitarbeiter optimal zu unterstützen. „Wir möchten, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns wohlfühlen und dabei auch gesund bleiben“, erläutert Claudia Peters, Head of Central Recruiting bei Adecco. Dafür achtet der Personaldienstleister besonders auf eine ergonomische Ausstattung seiner Büros. Auch Flexibilität bei der individuellen Gestaltung von Dienstplänen und der Wahl der Arbeitsorte haben entscheidend zum ersten Platz dieser Kategorie beigetragen.

Abwechslungsreiche Arbeitsbereiche als Anreiz

Raum für variable Formen der Zusammenarbeit kennzeichnen die Büros des Gewinners in der Kategorie „Kleine und Mittelgroße Unternehmen“, W3 digital brands aus Konstanz. Mario Motzkuhn, Managing Partner Strategy: „Die Arbeitsumgebung spielt eine Riesenrolle. Wir haben eine 100% remote Möglichkeit und dennoch ist es uns wichtig, dass man sich immer wieder begegnet. Und wir erleben, dass wir durch die Raumgestaltung immer wieder Leute haben, die hier gerne sind, obwohl sie von zuhause Arbeiten könnten.“ Das Büro bietet viele Optionen für die Zusammenarbeit – von Sitznischen und Orten für die Teamarbeit bis zur Dachterrasse, den Mitarbeitern sind im Büro kaum Grenzen für die Kollaboration gesetzt. Und auch für den informellen Austausch gibt es einige Anreize im Büro: einen Billardtisch, eine Zapfanlage und – besonders beliebt – eine optimal ausgestattete Kaffeeküche bieten den Mitarbeitern viele Vorteile.

Wunscharbeitsplatz mit thematischem Fokus

Beim Sieger der Sonderkategorie „Mitarbeiterförderung“ ist das Thema Wohlfühlen im Büro der entscheidende Faktor. „Schöne Aussicht, lichtdurchflutet, gute Kollegen natürlich, großer Empfangsbereich, schöne Küche, also viele Möglichkeiten, wo man sich austauschen und so das Arbeitsklima verbessern kann“ – so beschreibt Dominic Neu, Teamleiter Baufinanzierung, seine Arbeitsumgebung bei Baufinanzierungspool24 aus Karlsruhe. In den Büros wird in den Konferenz- und Besprechungsräumen das Kernthema Bauen und Wohnen aufgegriffen. So treffen sich die Mitarbeiter mit den Kunden in dem Bürogebäude im „Wohnzimmer“, im „Kaminzimmer“ und in einem „Garten“ mit Pflanzen und Gartengarnitur, um einen direkten Bezug zwischen der Baufinanzierung und der gewünschten Immobilie herzustellen.

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Chance zur Fachkräftegewinnung und -sicherung https://trendreport.de/chance-zur-fachkraeftegewinnung-und-sicherung/ Thu, 27 Apr 2023 14:37:29 +0000 https://trendreport.de/?p=41160 Zukunftsorientierte Unternehmen vermitteln Azubis Digitalkompetenzen

 

Ohne nennenswerte digitale Skills stolpern die meisten jungen Erwachsenen völlig unbedarft von der Schule in den Ausbildungsbetrieb. Den routinierten Internet-Konsumenten fehlt in aller Regel das Verständnis für die Grundlagen von IT, für Algorithmen, für die Herausforderungen der sozialen Medien oder für das Internet als Wirtschaftsraum. Unternehmen, die ihren Auszubildenden zeitgemäße Digitalbildung vermitteln, gewinnen als attraktive Arbeitgeber begehrte junge Talente und sichern sich qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft.

 

Digitalkompetenzen sind Mangelware

Social Media-Pannen, Datenschutzverstöße oder IT-Sicherheitsvorfälle können einen immensen Schaden anrichten. Wer sich dagegen kompetent, souverän und gesund in der digitalen Geschäftswelt zu bewegen weiß, hat einen extrem hohen Mehrwert für jedes Unternehmen. Leider werden die notwendigen Digitalkompetenzen immer noch nicht systematisch in der Schule vermittelt. Schon in Europa zählt Deutschland beim Thema Digitale Bildung zu den Schlusslichtern.

Unternehmen investieren in Digitale Bildung

Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, weiter auf die Bildungspolitik zu hoffen. In der digitalen Transformation ist Personalentwicklung so wichtig wie nie. Wer auch morgen fähige Fachkräfte braucht, sollte sich heute intensiv um seine jungen Talente kümmern. Deshalb packen viele Unternehmerinnen und Unternehmer jetzt selbst mit an und investieren in ihre Auszubildenden und Young Professionals. Damit übernehmen sie auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.

Nachhaltigkeit sichert Wettbewerbsvorteil

Mit der Entscheidung, ein Budget für Digitale Bildung einzuplanen, stellt die Wirtschaft nicht nur professionelle Arbeitsprozesse sicher. Zeitgemäße Aus- und Weiterbildungen sind heutzutage ein entscheidender Recruiting-Faktor: Die jüngere Generation findet Fortbildung immer wichtiger und erwartet vom Arbeitgeber ein entsprechendes Angebot. Darüber hinaus wachsen die Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften. Unternehmen rund um den Globus spüren den Druck von Kunden, Investoren und der Politik, nachhaltiger zu agieren. Wer die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Fortbildungsmaßnahmen sind ein elementarer Bestandteil der sozialen Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen.

Digitales Basiswissen erleichtert Berufsstart

Den meisten Unternehmerinnen und Unternehmern ist gar nicht bewusst, dass ihre Auszubildenden ohne das nötige Rüstzeug in der digitalen Welt unterwegs sind. Da Digital Natives meist sehr selbstverständlich mit digitalen Anwendungen umgehen, vermitteln sie einen kompetenten Eindruck und werden gern mit IT-Aufgaben betraut. Wer die Website oder den Online-Shop pflegt und sich um die Social Media-Kanäle kümmert, sollte jedoch unbedingt in Grundzügen mit Themen wie Urheberrecht, Datenschutz oder Datensicherheit vertraut sein. In diesen Bereichen sind Digital Natives allerdings häufig noch digital naiv. Deshalb ist zeitgemäße Digitale Bildung im Unternehmenskontext so wichtig: Der bewusste Umgang mit den Gefahren der digitalen Welt schützt die jungen Talente vor strafrechtlicher Verfolgung und gleichzeitig das Unternehmen vor Imageschäden, Daten- oder Umsatzverlusten.

Live Hacking sensibilisiert für Datensicherheit

Ein ganz elementares und branchenübergreifendes Thema der Digitalen Bildung ist Datensicherheit. Im Arbeitsalltag fällt die Sicherheit oft der Bequemlichkeit und dem Leichtsinn zum Opfer. Wirksamer Passwortschutz ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Und die Veröffentlichung von sensiblen Daten im Netz: Stolz werden beispielsweise Flugtickets gepostet. Oder beim Social Media-Shooting im Unternehmen fällt gar nicht auf, dass im Hintergrund vertrauliche Informationen sichtbar sind. Um nachhaltig für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten zu sensibilisieren, haben sich Live Hacking-Präsentationen als besonders wirksam erwiesen. Dabei hacken sich die Experten nach Vereinbarung in bestimmte Daten der Kurs-Teilnehmenden ein. Diese Erfahrung geht meist sehr viel mehr unter die Haut als ein theoretischer Vortrag. Wer einmal am eigenen Leib gespürt hat, was Profis mit scheinbar harmlosen Daten anstellen können, verhält sich in Zukunft garantiert sehr viel vorsichtiger.

Knowhow schützt vor Rechtsverstößen

Eine ähnliche Brisanz hat das Thema Recht im Internet: Urheberrechts- oder Datenschutzverstöße können Schäden in Millionenhöhe verursachen. Leider gehen vor allem junge Menschen oft noch sehr unbedarft mit urheberrechtlich geschützten Inhalten um – von Videos über Fotos und Texten bis hin zur Musik. Viele Dienste stellen ihre Inhalte ja auch zur kostenlosen Nutzung bereit und gewöhnen den Nachwuchs so daran, sich frei zu bedienen. Allerdings wird häufig ein Unterschied zwischen privaten Nutzern und Unternehmen gemacht, was die meisten gar nicht wissen. Es gibt sogar Dienste, die Urheberrechtsverstöße provozieren, weil sie ihr Geld mit Abmahnungen verdienen. Um die wichtigsten rechtlichen Aspekte bei den Auszubildenden und Young Professionals nachhaltig zu verankern, haben sich Fallbeispiele aus der Praxis bewährt – je konkreter und aktueller das Wissen aufbereitet wird desto besser.

Gute Manieren sind auch online gefragt

Beim Thema Netiquette macht viel Übung den Meister. Respektvolles Benehmen auf digitalem Parkett reicht von der Kommunikation im Unternehmenskontext bis hinein in den privaten Bereich. Viele mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer setzen bestimmte Verhaltensweisen als selbstverständlich voraus. Doch die wenigsten jungen Menschen wurden für digitale Kommunikationssituationen trainiert – weder von der Schule noch vom Elternhaus. Deshalb treffen Emails, Online-Beiträge oder Social Media-Kommentare oft nicht den richtigen Ton und können sogar den Ruf des Unternehmens nachhaltig schädigen. Auch macht sich die junge Generation selten bewusst, dass ihre private Kommunikation in den Sozialen Netzwerken für jeden öffentlich sichtbar ist. Das Posten peinlicher Fotos ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Eine besondere Herausforderung stellt der professionelle Umgang mit kritischen Kommentaren, Hate Speech oder einem Shitstorm dar. Als Trainingsformat für Auszubildende und Young Professionals ist ein interaktiver Workshop empfehlenswert.

Informationsgesellschaft erfordert Medienkompetenz

Journalistische Recherche-Kompetenzen sollten in unserer digitalen Informationsgesellschaft berufsübergreifend erlernt werden, denn im Internet rangieren seriöse Informationen neben kruden Fake News. In unserer heutigen Arbeitswelt ist es branchenübergreifend notwendig, Informationen kritisch zu hinterfragen und Quellen zu bewerten. Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre jungen Talente in diesem Bereich trainieren, erfüllen gleichzeitig einen gesellschaftlichen Auftrag zur demokratischen Bildung.

Digitale Gesundheit ist lernbar

Zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zählt inzwischen auch das Thema Digitale Gesundheit. Besonders junge Mitarbeitende leiden unter digitalem Stress, teilweise sogar unter Online-Sucht. Traurige Folgen sind Burnout und Depression. Personalverantwortliche können mit einem zeitgemäßen Weiterbildungsangebot helfen, digitalem Stress vorzubeugen und eine gesunde Online-Offline-Balance zu finden. Einen neuen Aspekt der digitalen Gesundheit hat die Corona-Pandemie hervorgebracht: Das mobile Arbeiten im Homeoffice erschwert zwischenmenschliche Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen. Gerade Auszubildende und Young Professionals, die häufig allein leben, benötigen empathische Begleitung, um nicht in die soziale Isolation zu geraten.

Digital Natives haben Markenbotschafter-Potenzial

Wenn junge Talente mit den Risiken der digitalen Welt vertraut sind, können sie eine wertvolle Markenbotschafter- und Vorreiterrolle für ihr Unternehmen übernehmen. Digital Natives sind mit digitalen Medien aufgewachsen und haben daher meist eine natürliche Affinität zu ihnen. Sie können sich in der Regel schnell in digitale Aufgaben einarbeiten und der älteren Generation im Unternehmen hilfreich motivierend zur Seite stehen. In Workshops rund um die Themen Content-Kreation für Social Media, Blogs und Website entwickeln sich passive Internet-Konsumenten zu kreativen Gestaltern. Wenn Online-Profis Digital Natives in Workshops coachen, entstehen in kurzer Zeit authentische Fotos, Videos und Texte für das Unternehmen. Bei digital begeisterten Auszubildenden und Young Professionals sorgen solche Aufgaben für eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und Online-Beiträge von jungen Mitarbeitenden können sogar positive Effekte auf die Recruiting-Strategie haben. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer starten mit dem Thema Digitale Bildung, um Risiken vorzubeugen. Und sind nach einiger Zeit überrascht, welche großen Chancen und Potenziale darin stecken.

Simone Stein-Lücke hat mit ihrem Social Impact-Unternehmen BG3000 bundesweit über 35.000 junge Menschen für die digitale Arbeitswelt trainiert. Die BG3000 mit Sitz in Bonn und Mönchengladbach ist deutscher Marktführer für Social Media- und Future Work-Trainings im Schul-, Azubi- und Young Professional-Bereich. Schulen und Unternehmen können die Smart Camps der BG3000 in Präsenz, online oder hybrid erhalten. Jedes Camp ist maßgeschneidert. Aktuell wird das BG3000 Modellprojekt „Kein AZUBI ohne DIGI“ vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und in Kooperation mit Industrie- und Handelskammern flächendeckend ausgerollt. 2.000 Auszubildende im Kammerbezirk Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf erhalten kostenlos 6×60 Minuten Live-Online-Digitaltrainings zu den relevantesten Aspekten der Nachrichten- und Informationskompetenz. Weitere IHK Kammerbezirke werden noch in diesem Jahr folgen.

Weitere Informationen unter:  www.bg3000.de

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„Die Personalarbeit muss professionalisiert werden, Silos müssen aufgebrochen werden“ https://trendreport.de/die-personalarbeit-muss-professionalisiert-werden-silos-muessen-aufgebrochen-werden/ Tue, 25 Apr 2023 13:17:37 +0000 https://trendreport.de/?p=41011 Gastbeitrag von Stephanie Krüger, HR-Agentur HRtbeat.

 

Erfolgreiches Recruiting ist nicht nur Sache der HR-Abteilung

Drastische Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt stellen Personalabteilungen vor völlig neue Herausforderungen – sowohl im Recruiting als auch bei der Mitarbeiterbindung. Dafür benötigen HR-Teams neue Strategien und Maßnahmen, die sie vom Marketing adaptieren können. Um aktiv werden zu können im Kampf um die besten Arbeitskräfte, ist es notwendig, dass Unternehmen intern Silos aufbrechen: Die Personalabteilung muss eng und auf Augenhöhe mit dem Marketing und den Führungskräften im Unternehmen zusammenarbeiten.

Der Fach- und Arbeitskräftemangel ist mittlerweile in nahezu jeder Branche angekommen. Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, wenn plötzlich der Bewerbungseingang leer bleibt. Die Gründe sind vielfältig, müssen aber im Kontext des demographischen Wandels interpretiert werden: Mehr als sieben Millionen Menschen werden in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen, deutlich weniger junge Menschen treten in den Arbeitsmarkt ein. Laut Agentur für Arbeit muss Deutschland mit 7 bis 15 % weniger Erwerbstätigen bis 2035 rechnen. Das führt zu einem Überschuss an unbesetzten Stellen mit einer durchschnittlichen Vakanzzeit von 150 Tagen pro Arbeitsstelle, Tendenz steigend.

Was bedeutet das konkret? In der Vergangenheit war der der Arbeitsmarkt ein Angebotsmarkt. Arbeitnehmende mussten sich aktiv um Arbeitsplätze bemühen und Arbeitgeber waren in der Lage, aus einer großen Anzahl von Bewerbern zu wählen. Heute ist der Arbeitsmarkt ein Nachfragemarkt: Unternehmen müssen um qualifizierte Arbeitnehmer konkurrieren und haben häufig Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten zu finden. Arbeitnehmende können oftmals aus verschiedenen Angeboten auswählen, sich für die attraktivsten Bedingungen entscheiden. Das führt nicht nur dazu, dass Arbeitnehmende mehr Verhandlungsmacht besitzen – sie begeben sich sogar nur noch selten aktiv auf die Suche nach einer neuen Stelle. Stattdessen gehen Unternehmen heute aktiv auf potenzielle Kandidaten zu und versuchen mit Gehalt, Benefits und Unternehmenskultur zu punkten. Der Bewerbungsprozess hat sich umgekehrt; nicht die Kandidaten bewerben sich, das Unternehmen bewirbt sich bei den Kandidaten.

Neue Anforderungen an Personalabteilungen

Jahrzehntelang war die klassische Personalabteilung in erster Linie eine Verwaltungsabteilung. Die Abteilungen meldeten hier ihren Bedarf an neuen Mitarbeitenden und die Personaler kümmerten sich um eine Stellenausschreibung, sammelten die Bewerbungen und begleiteten Bewerbungsgespräche. Die Hauptanforderung war, aus einer Vielzahl von Bewerbungen den Mitarbeitenden zu identifizieren, der am besten geeignet ist. Heute bleiben die Bewerbungen aus, alle blicken hilfesuchend in ihre Personalabteilungen – doch dort fehlen die passenden Werkzeuge. HRler wurden bis vor kurzem nicht für diese Situation ausgebildet und müssen sich neue Skills aneignen. Sie beginnen, sich neue Fragen zu stellen: Was ist Arbeitnehmern heute wichtig? Was muss unser Unternehmen bieten? Warum sollten Bewerber zu uns kommen, statt zur Konkurrenz zu gehen? Wo finden wir interessierte Bewerber? Welche Bedürfnisse haben die Menschen, die wir als Bewerber für unser Unternehmen gewinnen wollen? Wie machen wir sie auf uns aufmerksam? Das sind richtige und wichtige Fragen in der aktuellen Situation. Doch für die Beantwortung fehlen Skills und Methoden ebenso wie Kapazitäten und Budgets. Die Geschäftsführung ist in der Verantwortung, die Personalabteilung neu aufzustellen oder externe Unterstützung von spezialisierten HR-Agenturen anzunehmen.

HR setzt auf Marketing-Strategien

Die Herausforderung ist, sich auf dem Arbeitgebermarkt attraktiv zu präsentieren und die richtigen Kandidaten zu erreichen. Da liegt ein Blick in die Marketingabteilung nah, denn die Gewinnung von Kunden kann in vielerlei Hinsicht als Vorbild fürs Recruiting dienen: Setzt man also Kunden mit Kandidaten gleich, werden Image-Kampagnen zu Employer Branding-Kampagnen und Lead-Generierung zum Recruiting. Auch was die Arbeitsweise – Agieren statt Reagieren, Schnelligkeit, strategisches Vorgehen und Controlling – angeht, kann HR sich vieles vom Marketing abschauen:
So steht zu Beginn jeder Lead-Strategie die Bestimmung der Zielgruppe. Eine Möglichkeit ist das Erarbeiten einer sogenannten Candidate Persona – eine repräsentative Person aus der Zielgruppe wird möglichst genau mit ihren Charakteristika, Wünschen und Beweggründen definiert. Jede Maßnahme sollte in Folge daraufhin überprüft werden, ob sie das Interesse der Candidate Persona wecken könnte: Von der Definition der Inhalte über die Auswahl der passenden Kommunikationskanäle bis hin zur zielgruppengerechten Ansprache. Außerdem sollten auch im Recruiting Ziele definiert werden, also konkrete Erfolgskennzahlen (KPIs) – beispielsweise die Anzahl der Bewerbungen, die pro Maßnahme eingehen oder die Antwortquote bei einer aktiven Ansprache. Diese unterstützen dabei, eingesetzte Budgets im Verhältnis zum Nutzen zu bewerten, und zu überprüfen, welche Maßnahmen auf welche Ziele am besten eingezahlt haben.

Silos aufbrechen

In den Recruitingprozess sind meist drei Personengruppen involviert, die man als Silos bezeichnen kann: Die Personalabteilung, das Marketing und die Führungskräfte in den Abteilungen. Silos kommen zustande, wenn jede Gruppe im eigenen Mikrokosmos agiert, mit eigenen Fachbegriffen, Zuständigkeiten, Anforderungen und Workflows. Zwischen diesen Silos gibt es keine Verbindungen – viele Projekte werden dadurch erschwert, dass keine abteilungsübergreifenden Workflows etabliert sind, so auch im Recruiting. Denn auch wenn jeder Bereich seine spezifischen Aufgaben hat, braucht es eine enge und verzahnte Zusammenarbeit, um das bestmögliche Ergebnis zu gewährleisten. Die Abstimmung ist durch den gesamten Prozess hindurch wichtig – von der Konzeption der Candidate Persona bis hin zum Einstellungsprozess sollten alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten.

  1. Die Stellenausschreibung: Ist eine Stelle vakant, so erstellt normalerweise die Führungskraft in der Abteilung eine Stellenausschreibung. Problematisch ist hier oftmals die interne Perspektive, die interne Begrifflichkeiten verwendet, die für Außenstehende schwer verständlich sind. Auch werden meist lange Aufgaben- und Anforderungslisten erstellt, die kaum ein Kandidat erfüllen kann. An dieser Stelle wäre es wichtig, dass HR und Marketing ins Boot geholt werden, um die Stellenausschreibung kritisch zu hinterfragen: Was ist für Außenstehende klar verständlich? Ist die Stellenausschreibung attraktiv und einladend? Passen die Anforderungen und Rahmenbedingungen wie Gehalt und Benefits zum Markt? Wird klar, warum das Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber ist? Passt die Tonalität zur Unternehmenskultur? Nur wenn hier alle Abteilungen zusammenwirken, kann ein zeitgemäßes und attraktives Gesuch aufgesetzt werden, das die richtige Candidate Persona anspricht.
  2. Die Kampagne: Jede Personalabteilung hat ihre individuelle Auswahl an Stellenbörsen, auf denen sie ihre Ausschreibungen in der Regel hochlädt und auf den Eingang von Bewerbungen wartet. Die Wahl der richtigen Kanäle, beispielsweise auch Social Media, ist entscheidend für den Erfolg und wird selten überprüft.Die Marketingabteilung erhält die Stellenausschreibung von der Personalabteilung, erstellt standardisierte Kampagnen mit der Kernaussage „Wir suchen Verstärkung“ und versucht Reichweite zu generieren. Dieses Vorgehen weicht stark von dem ab, wie das Marketing normalerweise arbeitet, wenn es Angebote oder Produkte platziert. Im Marketing geht es immer darum, etwas so attraktiv wie möglich darzustellen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Kampagne „Wir suchen Verstärkung“ ist jedoch eine generische Aussage. Sie spricht sie die spezifische Zielgruppe nicht an – weil sie kein Angebot enthält. Das Marketing muss also dazu übergehen, seine Kompetenz auch auf jedes einzelne Stellengesuch anzuwenden und in ein attraktives Angebot zu übersetzen.
  3. Der Bewerbungsprozess: Viele interessierte Kandidaten werden verloren, wenn sie in einen langwierigen Bewerbungsprozess eintreten. Interne Prozesse, beispielsweise die Entscheidungen für ein Kennenlernen und die Terminfindung dauern meist viel zu lang – auch hier spielt die Kommunikation zwischen den Silos HR und Führungskraft eine große Rolle. Auch wenn es keine verbindlichen KPIs gibt, wie lang bestimmte Entscheidungen maximal dauern dürfen, zeigt die Erfahrung: Kandidaten springen ab, wenn sie in der Zwischenzeit andere attraktive Angebote bekommen oder wenn sie sich durch lange Wartezeiten nicht wertgeschätzt fühlen.So kann abteilungsübergreifend gearbeitet werdenBevor ein Recruitingprozess beginnen kann, sollte jedes Unternehmen seine Employer Brand definieren – sich also fragen, was seine Stärken und Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber sind. Die Unternehmenskultur ist Arbeitnehmern zuletzt immer wichtiger geworden und muss daher nicht nur gepflegt, sondern auch kommuniziert werden. In diesen Prozess sollte auch die Geschäftsführung involviert sein – am besten stellt man eine heterogene Gruppe mit Mitarbeitenden aus allen Hierarchieebenen zusammen. Denn die eigenen Mitarbeitenden sind die Inhouse-Experten für Stärken und Schwächen eines Arbeitgebers.Wenn dann eine Stelle vakant wird, sollte ein gemeinsames Kick-Off-Meeting angesetzt werden, in dem sich HR, Marketing und die verantwortliche Führungskraft austauschen. Hier muss gemeinsam eine Candidate Persona erarbeitet werden, die klärt, wer genau gesucht wird. Die Zeit ist für alle Beteiligten sinnvoll investiert: Die Führungskraft stellt sicher, dass sie ein optimales Match zu ihrem Team erhält. Das Marketing erhält so die Grundlage, um Reichweiten-Kampagnen zu konzipieren und die passende Ansprache sowie Kanäle zu wählen. Und HR braucht diese Informationen zum Formulieren einer passenden Stellenanzeige und die richtige Tonalität in der Kommunikation mit den Kandidaten.

    Herausforderungen bei abteilungsübergreifendem Arbeiten

    Auch im weiteren Recruitingprozess, gibt es viele Herausforderungen und Schnittstellen, an denen Zuständigkeiten geklärt werden müssen:

    • Wie kann der Bewerbungsprozess möglichst schlank gestaltet werden, ohne unnötig Zeit zu verlieren?
    • Wer qualifiziert beispielsweise Social Media Leads, die aus Kampagnen vom Marketing-Team kommen vor und nach welchen Kriterien?
    • Wer spricht in welcher Reihenfolge mit den Kandidaten?
    • Wie kann sichergestellt werden, dass sich Fragen für die Kandidaten nicht wiederholen und alle Informationen deckungsgleich sind?

     

    HR braucht internes Empowerment

    Unternehmen können dem Fachkräftemangel nur mit einer starken und zeitgemäßen Personalarbeit begegnen, wenn sie bestehen wollen. Um das gewährleisten zu können, müssen die HR-Mitarbeitenden nicht nur fortgebildet werden, sondern auch ein neues Standing im Unternehmen bekommen. Eine so wichtige Rolle für den Unternehmenserfolg darf keinen Assistenzstatus haben – das HR-Team muss auf Augenhöhe mit den Führungskräften agieren, um erfolgreich recruiten zu können. Viele der neuen Anforderungen sind nur gemeinsam mit Führungskräften und Marketing zu meistern. Wenn Silos aufgebrochen werden, die gemeinsame Herausforderung angenommen und übergreifende Workflows geschaffen werden, kann eine stimmige und durchgängige Candidate Journey (vgl. Customer Journey aus dem Marketing) erreicht werden.

    Aufmakerbild: Austin Distel by Unsplash

     

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Digitale Transformation https://trendreport.de/digitale-transformation-8/ Mon, 27 Sep 2021 08:30:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=33672 Am Anfang war die Bildung – und dann wurde es hell.

Eigentlich geht es doch bei uns in Deutschland darum, ob wir in zehn Jahren technologisch noch souverän agieren können, gerade im Hinblick auf Digitalisierung und die digitale Transformation. In diesem Kontext hat das European Center for Digital Competitiveness in Berlin in einer aktuellen Studie unserem Land einen großen Aufholbedarf im Bereich der Digitalisierung bestätigt. Der Digital Riser Report 2021 analysiert und bewertet die Veränderungen, die Länder rund um den Globus bei ihrer digitalen Wettbewerbsfähigkeit in den letzten drei Jahren durchlaufen haben. Demnach ist die Bundesrepublik im internationalen Vergleich zum zweiten Mal in Folge auf dem vorletzten Platz der sieben wichtigsten (G7) Industrienationen gelandet. Nach dem digitalen Ranking sind z.B. Frankreich und Italien agiler und an uns vorbeigezogen.

Unsere neue Regierung hat jetzt die Möglichkeit, unser Land wettbewerbstechnisch und technologisch im Kontext der digitalen Transformation besser auszurichten. Doch welches Mindset brauchen unsere Politiker dafür? Die aktuelle Pandemie hat doch bereits gezeigt, was auf uns und die Wirtschaft zukommen kann und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt. Irgendwie kommt uns die Digitalisierung in Deutschland so schleppend vor und es geht uns nicht so von der Hand. Aber genau jetzt müssen neue digitale Bildungsinhalte und Maßnahmen für unsere Jugend und damit für unsere digitale Zukunft auf den Weg gebracht werden.

Das ist wichtig für uns!

Laut einer aktuellen INSA-Studie und Befragung von über 2 000 Personen aus Deutschland stimmt die absolute Mehrheit von 66 Prozent der Aussage zu, dass die deutsche Bildungspolitik zu wenig unternimmt, um bei Jugendlichen Digitalkompetenz auszubilden. Einen nachhaltigen Ansatz verfolgt in diesem Kontext BG3000. Das seit 2014 tätige Social-Impact-Start-up, ist aus einer regionalen Initiative aus Bonn-Bad Godesberg hervorgegangen und hat sich auf die Herausforderungen der digitalen Bildung in Deutschland spezialisiert.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte uns die Gründerin Simone Stein-Lücke dazu: „Mit den Smart Camps setzen wir da an, wo Zukunft anfängt: Bei den Schülerinnen und Schülern. Durch diesen Ansatz bleibt die Idee der Geburtsstunde erhalten und digitales Denken verankert sich in den Talenten von morgen.“ Auch Early-Stage-Investor Frank Thelen merkt dazu an: „Die Smart Camps sind für viele Schulen die einzige Hoffnung, das Thema Digitale Bildung zeitnah anschieben zu können. Start-ups wie die BG3000 sind der Motor, um notwendige Veränderungen zu entwickeln und voranzutreiben. Ich finde es großartig, dass Simone und ihr Team mit dieser Mentalität und Power Deutschlands Bildungssystem bewegen. Dank der Unterstützung aus der Wirtschaft ist die Umsetzung dieser Idee möglich. Ich kann nur dazu aufrufen, mitzumachen und das Projekt zu unterstützen.“

Smart Camps sind ein mehrtägiges, interaktives Bildungsformat für Schülerinnen und Schüler. Versierte Medien-Profis wie YouTuber und Instagram-Stars, Experten aus der Wirtschaft sowie junge Profis aus der Praxis geben Einblicke in ihre Arbeit und führen die Jugendlichen an die Themen Chancen und Risiken der neuen Medien, sensibler Umgang mit Daten, kreative Verwirklichung eigener Ideen und Projekte sowie Berufsorientierung heran. Wenn unsere Jugend in ein paar Jahren neue digitale Geschäftsmodelle für Europa etablieren soll, dann braucht es jetzt digitale Bildung. Wir brauchen also einen Kulturwandel und mehr Agilität sowie Neugier im Kontext der Digitalisierung von den Schulen bis hin zu den Unternehmen.

Die digitale Transformation gewinnt immer mehr an Fahrt, dabei stehen momentan technologische Aspekte noch an erster Stelle. Betrachtet man jedoch die Innovationskraft von Unternehmen, so spielt die Unternehmenskultur eine tragende Rolle. Es wird deutlich, dass beide Themen eng miteinander verknüpft sind. Unternehmen, die nicht auf die digitale Unternehmenskultur setzen, können Innovationen nur schwer und sehr langsam umsetzen. Aber wie kann es Unternehmen und Führungskräften gelingen, den „Cultural Change“ erfolgreich zu gestalten? Also zunächst funktionieren digitale Arbeitsweisen nicht in starren Hierarchien und abgeschotteten Silos.

Lesen Sie die ausführlichen Beiträge unserer Experten
Von Capex zu OpexDigitale Bildung braucht Macher!CLM: Der unterschätzte Beitrag zur Digitalisierung der Unternehmen

Nehmen wir den Optimalfall an: Die Unternehmenskultur ist bereits agil, jeder einzelne Mitarbeiter besitzt entsprechende Freiheiten und Mitverantwortung. Es wird in autonomen und in übergreifenden Teams gearbeitet. In diesem Fall nutzt die Unternehmenskultur bereits die immensen Chancen der Digitalisierung. In dieser Unternehmenskultur wird der Change-Prozess nicht als störender Faktor empfunden, sondern als echte Bereicherung, als Akzelerator und damit als wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Erst jetzt ist eigentlich die Basis geschaffen, um an neue digitale Geschäftsmodelle und Smart Services zu denken.

Ein Beispiel dafür, wie schnell sich die digitale Kultur weltweit verändert, ist die Subscription Economy. Unternehmen innerhalb der Subscription Economy konzentrieren sich darauf, be­stehende Abonnenten zu binden, Nutzungsverhalten zu überwachen, wiederkehrende Umsätze zu erfassen und neue Möglichkeiten zu finden, ihren Kunden einen dauerhaften Mehrwert zu bieten, der langfristige Treue fördert. Die Subscription Economy ist ein von Tien Tzuo, CEO Zuora, gepräg­ter Begriff, der diese Ära neuer Unternehmen und Geschäftsmodelle beschreibt.

„Ein Unternehmen mit digitalen Produkten und Prozessen muss anders geführt werden, als das klassische, analoge Modell von vor 20 Jahren“, berichtet Alexander Wottrich, CEO der Truma Group.

Alexander Wottrich

Abomodelle sind momentan auch in der Industrie en vogue und tragen dazu bei, die digitale Transformation von Maschinenparks jeglicher Art schnell zu meistern. Predictive-Maintenance- und Machine-Learning-Lösungen sowie die Vernetzung von Produktionsanlagen können so an Spezialisten ausgelagert werden.

Aber warum kann es für industrielle B2B-Player attraktiv sein, neue Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Umsätzen zu entwickeln? „Investitionen in Maschinenparks werden zunehmend ersetzt durch Abomodelle. Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Umsätzen wie X as a Service (XaaS) mit Monetarisierungsmodellen wie pay per part oder pay per use generieren einen 5- bis 10-fachen Unternehmenswert pro Umsatz im Vergleich zum 1- bis 2-fachen bei traditionellen Geschäftsmodellen“, betonte Dr. Thomas Trautmann von Cylad im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gerade die Subscription Economy ist in diesem Kontext auf eine innovative Vertragsgestaltung angewiesen. Hier im Hinblick auf wichtige Geschäftsprozesse und das Maschinenanlagenmanagement. Martin Mohr von Icertis ergänzt dazu: „Immer mehr Organisationen haben erkannt, dass es nicht darum gehen kann, ineffiziente physische Prozesse nun in der gleichen ineffizienten Form digital abzubilden, sondern mithilfe von CLM („Contract Life­cycle Management“) den nächsten Schritt zu machen. CLM in seiner höchsten Form ermöglicht dann die Integration der Vertragsinhalte in die Geschäftsprozesse und die dafür eingesetzten Plattformen.“

Alle zuvor beschriebenen Beispiele erfordern einen grundlegenden Mindset- und Kulturwandel auf Personenebene in der Art und Weise, wie Organisationen ihre Angebote entwickeln und verkaufen. Der digitale Kulturwandel lässt sich gut am Beispiel der Firma Truma nachvollziehen. Die Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG ist ein deutscher, weltweit agierender Hersteller von Komfortprodukten für Wohnwagen und Reisemobile. Mobilisten schätzen die Heizungen für ihre Wohnmobile. Unsere Redaktion sprach mit Alexander Wottrich über das Zukunftsthema „Car Connectivity“: „Ein Freizeitmobil bildet doch im Prinzip die spannende Schnittstelle zwischen Car und Home Connectivity.

Das Truma-iNet-X-System ermöglicht die zentrale Steuerung von verschiedenen Geräten unterschiedlicher Hersteller im Fahrzeug. Es ist aber gleichzeitig – und das ist viel wichtiger – der Schlüssel zu unserer Technologie und damit zu einem smarten Fahrzeug.“ Das Team von Alexander Wottrich arbeitet an intelligenten Geräten, Systemen und Services, die sukzessive auf den Markt kommen und dem System hinzugefügt werden können, beispielsweise über Cloud-Dienste und zukünftig over the air.

Abschließend erklärte uns Wottrich: „Unser Weg vom reinen Produktunternehmen zu einem Systemanbieter startete mit der Vernetzung. Das hat Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Unternehmensbereiche: angefangen bei der IT über den Service, die Supply-Chain, Forschung und Entwicklung bis hin zur Vermarktung am POS. Alle Units werden in ihrer Arbeit von der Technologie und einer noch stärkeren Kundenorientierung beeinflusst und das gilt selbstverständlich auch für die Unternehmensführung. Denn ein Unternehmen mit digitalen Produkten und Prozessen muss anders geführt werden, als das klassische, analoge Modell von vor 20 Jahren.“ Ohne diesen grundlegenden Wandel im Mindset droht es düster zu werden in Deutschland.

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Studienstandorte Deutschland https://trendreport.de/32924-2/ Thu, 15 Jul 2021 16:06:21 +0000 https://www.trendreport.de/?p=32924 .avia-image-container.av-kr53emkj-b6ad31d0b48e8f2212d5583744414d7e img.avia_image{ box-shadow:none; } .avia-image-container.av-kr53emkj-b6ad31d0b48e8f2212d5583744414d7e .av-image-caption-overlay-center{ color:#ffffff; }

Reportage

Studienstandort Deutschland

Deutschland gilt weltweit als attraktiver Studienstandort und belegt im globalen Vergleich Platz vier der beliebtesten Zielländer internationaler Studierender.

 

In Deutschland gibt es mehr als 400 Hochschulen mit über 19.000 verschiedenen Studiengängen. Für fast jedes Vorhaben gibt ein passendes Bachelor- oder Masterprogramm. Egal ob Medizin, Nachhaltigkeit, Robotik, Agrarwissenschaften oder Digitalisierung, die Auswahl ist riesig. Doch bei der Entscheidung für ein Studium geht es heute um so viel mehr als nur die Wahl einer geeigneten Fachrichtung. In diesem Kontext wird der passende Studienstandort, Praxisnähe und die persönliche Betreuung sowie der enge Kontakt zu Dozenten, immer wichtiger.

Neue Karrierechancen bietet zudem das berufsbegleitende Studium und erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Durch die gezielte Weiterqualifikation und einen akademischen Titel eröffnen sich so neue Perspektiven in Unternehmen.

In Form von Interviews, Gastbeiträgen und Fallbeispielen beschreibt die Redaktion neue Fachrichtungen und Studiengänge, die nachhaltige Karrierechancen bieten.

Themen und Inhalte:

 

Das duale Studium
Praxisnähe ist Trumpf

Alumni finden den perfekten Job
Sind Kontakte alles?

Virtuell studieren
Das Online-Studium – voll im Trend

Neue Fachrichtungen
Nachhaltigkeit und Digitalisierung

 Karrierechancen generieren
Das berufsbegleitende Studium ist en vogue

In Zukunft …..
Die Arbeitswelt von morgen

Im Ausland studieren
Sprachhürden und kulturelle Unterschiede meistern

Das Fernstudium
Bachelor, Master oder MBA

Global Management
“International Business” studieren



Zielgruppe und Kommunikationsziel


Zielgruppe:

Leser und Abonnenten des Handelsblattes, Konzernvorstände, Führungskräfte im Top Management, Mittelständische und Familienunternehmen, CIO, CDO, COO, Geschäftsführer, Führungskräfte und Selbstständige mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 4.000 € im Monat.


Kommunikationsziel:

Die TREND-REPORT-Redaktion porträtiert den Studienstandort Deutschland und zeigt Weiterbildungschancen auf. Ziel der Reportage ist es, unsere Leser für neue, zeitgemäße Fachrichtungen und Studiengänge zu sensibilisieren. In Form von Fallbeispielen und Gastbeiträgen motivieren wir Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sowie Verantwortliche im HR-Bereich für das berufsbegleitende Studium und zeigen neue Karrierechancen auf.

Ihre Präsenz in der Reportage


Wir gestalten Ihre Einbindung in unserer Ausgabe sorgfältig und mit einer guten Schreibe. Dafür wählen wir mit Ihnen das passende Stilmittel für Ihr Kommunikationsziel:

• Gastbeitrag

• Fallbeispiel

• Success Story

• Interview



TREND REPORT September 2021

Titelthema: Digital & International

Mit der Titelreportage „Internationalisierung“ begleitet unsere Ausgabe im September 2021 das HANDELSBLATT.

Hier geht es zu allen Themen…



Zahlen und Fakten:

Ausgabe: TREND REPORT

Trägermedium: HANDELSBLATT

Gesamtauflage: ca. 139.000 inkl. E-Paper

RS: 10. September 2021

ET: 27. September 2021

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Erfolgsfaktor digitale Bildung https://trendreport.de/erfolgsfaktor-digitale-bildung-2/ Tue, 29 Dec 2020 14:07:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=29694 Digitalisierung verändert Erfolgsvoraussetzungen unserer Arbeitswelt. Ohne neue Qualifikationen können Unternehmen nicht mehr erfolgreich sein.

Die TREND-REPORT-Redaktion im Gespräch mit Prof. Dr. Ronny Alexander Fürst, Geschäftsführer und Kanzler der AKAD University, über digitale Reifeprofile und digitale Bildung am Standort Deutschland.

Wie ist es um die digitale Kompetenz und Bildung in Deutschland eigentlich bestellt?
Auf den ersten Blick besorgniserregend: Natürlich ist es wichtig z. B. Schulen mit einer digitalen Infrastruktur auszustatten und Breitband auszubauen. Es reicht aber nicht aus, nur bei der Hardware aufzuholen. Vielmehr muss schnell und mit Hochdruck auch die Software aktualisiert und die Lehre reformiert werden. Da die Digitalisierung unsere Welt rasant und relevant verändert, müssen wir dringend auch die Lerninhalte aktualisieren!

Auf den zweiten Blick findet man digitale Kompetenz-Inseln. Viele Schüler haben sich bspw. im Do-it-yourself wichtige Bestandteile digitaler Kompetenzen angeeignet. Google z. B. institutionalisiert diesen Effekt im Reverse Mentoring, bei dem Führungskräfte durch neu eingestellte Mitarbeiter geschult werden, um sich der neuesten digitalen Möglichkeiten bewusst zu werden. Leider decken diese digitalen Kompetenz-Inseln nicht das erforderliche Gesamtspektrum notwendiger Bildung ab.

Der dritte Blick ist katastrophal und alarmierend: Weder in den Bildungsstrukturen noch in den Inhalten – geschweige denn in der Nutzung neuer Lerntechnologien – sind wir im internationalen Vergleich up to date. Das kann vielleicht heute noch ignoriert und politisch weiter ausgesessen werden, aber die Folgen daraus für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft gefährden den mittelfristigen Wohlstand und die Zukunft unserer Kinder.

Herr Prof. Dr. Fürst, welchen Stellenwert nimmt die „digitale Bildung“ für unseren Standort im Kontext der digitalen Transformation ein?
Die Digitalisierung hat unsere Welt nachhaltig verändert und stellt neue Bildungsanforderungen. Digitale Bildung fordert Veränderungen in den relevanten Lerninhalten, in der Lernpädagogik und der Nutzung von Lerntechnologien ein sowie der dadurch erzielten Lernresultate beim Lernenden. Da Bildung immer persönlich ist…

 

Lesen Sie weiter! Dieser Beitrag stammt aus dem „Handbuch digitaler Mittelstand“.

 

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Welttag des Buches https://trendreport.de/welttag-des-buches/ Thu, 23 Apr 2020 13:07:31 +0000 https://www.trendreport.de/?p=26962 .avia-image-container.av-k9cs1s1h-b06a25521523d4a8d864b369ccc8508f img.avia_image{ box-shadow:none; } .avia-image-container.av-k9cs1s1h-b06a25521523d4a8d864b369ccc8508f .av-image-caption-overlay-center{ color:#ffffff; }

Der 23. April ist in der Weltliteratur ein symbolisches Datum. Es ist das Datum, an dem mehrere prominente Autoren, William Shakespeare, Miguel de Cervantes und Inca Garcilaso de la Vega, starben. Dieses Datum war eine natürliche Wahl für die UNESCO-Generalkonferenz, die 1995 in Paris stattfand, um an diesem Tag weltweit Bücher und Autoren zu ehren und allen den Zugang zu Büchern zu ermöglichen.

Indem sie sich für Bücher und Urheberrechte engagiert, tritt die UNESCO für Kreativität, Vielfalt und gleichberechtigten Zugang zu Wissen ein. Die Arbeit erstreckt sich über alle Bereiche – vom Creative Cities of Literature-Netzwerk über die Förderung der Alphabetisierung und des mobilen Lernens bis hin zur Förderung des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Bildungsressourcen.

Die Förderung des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Erkenntnissen insbesondere im Bereich aktueller Wirtschaftsthemen, ist schon seit ihrer Gründung das erklärte Ziel der TREND-REPORT-Redaktion. Deswegen veröffentlichen wir all unsere Bücher sowie unsere Publikation TREND REPORT welche regelmäßig das HANDELSBLATT begleitet unter einer freien Textlizenz. Zudem können unsere Leser auf unseren Buchprojektseiten direkt mit den verschiedenen Fachautoren aus Wissenschaft und Wirtschaft in Kontakt treten, wodurch ein konstruktiver Austausch ermöglicht wird.
Alle Ausgaben sowie die Bücher können auf den jeweiligen Projektwebsites online frei eingesehen,  heruntergeladen und geteilt werden. Natürlich ist auch der Bezug in gedruckter Form möglich.

Photo by Aaron Burden on Unsplash

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Digitaler Wandel für die Gesellschaft https://trendreport.de/digitaler-wandel-fuer-die-gesellschaft/ Fri, 10 Apr 2020 07:30:00 +0000 https://www.trendreport.de/?p=26616 Der Mensch im Fokus der Digitalisierung

von Kai Grunwitz, Geschäftsführer der NTT Ltd. in Deutschland

Im vergangenen Jahr hat NTT seine weltweit 28 Tochtergesellschaften zusammengeführt. Wir können jetzt Unternehmen Komplettlösungen von der Infrastruktur bis zur Applikation anbieten, und wir tun das mit eigener Konnektivität und eigenen Netzen. Für mich als Geschäftsführer von NTT Deutschland bedeutet diese Umstrukturierung, im Zentrum eines großen Wandels zu stehen. Und gleichzeitig die Verantwortung zu haben, den digitalen Wandel in der Gesellschaft zu unterstützen. Denn dass wir den digitalen Wandel brauchen, zeigt sich in der aktuellen Corona-Krise. Auch wenn es uns schon immer bewusst war, dass die Digitalisierung voranschreitet – jetzt sehen wir dringender als zuvor den enormen Bedarf.

Kai Grunwitz

Auch wenn Cyber-Security nach wie vor mein Steckenpferd ist, werden die Themen meines Blogs den neuen Aufgabenbereich widerspiegeln. Denn die Geschwindigkeit, mit der sich Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und ihre Anwendungsmöglichkeiten weiterentwickeln, ist extrem hoch und stellt Unternehmen wie auch jeden einzelnen Menschen in seinem Alltag vor Herausforderungen.

Gerade die gesellschaftliche Akzeptanz ist die Grundvoraussetzung, um die sogenannte Society 5.0 erfolgreich zu gestalten. Unsere bisherige Technologiegetriebenheit ist der falsche Ansatz, so lässt sich kein Vertrauen in die Möglichkeiten digitaler Lösungen herstellen. Vielmehr muss der Mensch bei der Diskussion um das Für und Wider rund um neue Technologien in den Mittelpunkt gerückt werden. Nur wenn Risiken offen angesprochen und noch stärker der Nutzen von intelligenten End-to-End-Prozessen für jeden einzelnen in den Mittelpunkt gestellt wird, können Unkenntnis, Unentschlossenheit und Unbehagen aus dem Weg geräumt werden und die Digitalisierung in Deutschland nimmt endlich an Fahrt auf.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Gesundheitswesen, neue Verfahren können die Medizin besser und effizienter machen: So verhindern elektronische Patientenakten Doppeluntersuchungen und gefährliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln, verbindet Telemedizin Patienten ortsunabhängig mit medizinischen Experten, unterstützen Gesundheits-Apps chronisch Kranke, hilft KI bei der Auswertung medizinischer Bilder, von Gen-Sequenzen oder Gewebeproben und übernehmen vielleicht irgendwann Roboter die Pflege demenzkranker Patienten. Der Alltag in deutschen Praxen und Kliniken ist allerdings bislang ein ganz anderer: Informationen werden überwiegend auf Papier ausgetauscht, nur wenige Patienten profitieren von digitalen Ansätzen.

Das liegt an zögerlichen Umsetzungen seitens Politik und Industrie, aber auch an einem fehlenden Vertrauen in den Schutz der eigenen Daten und in die Entscheidungsgewalt von Robotern. Society 5.0 bedeutet zunächst einmal, dass erhebliche Mengen persönlicher Informationen erhoben und systemübergreifend geteilt werden. Das Ergreifen adäquater Sicherheitsmaßnahmen ist hier ein absolutes Muss. Nur so kann das Vertrauen der Menschen in die Einhaltung des Datenschutzes und der Wahrung der Datenintegrität gestärkt werden.

Auf dem Weg zur vollständigen Umsetzung einer Society 5.0 sind zwar noch etliche Hürden zu überwinden, aber die Weiterentwicklung zu einem Gesellschaftsmodell, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird unumgänglich sein, um künftige soziale und ökonomische Herausforderungen zu bewältigen

Kai Grunwitz

Gleichzeitig braucht es für mehr Akzeptanz ethische Richtlinien. Durch Algorithmen, die zunehmend komplexere Entscheidungen treffen und deren Entscheidungsfindung nicht immer transparent ist, ergeben sich etliche Fragen, auf die schnell Antworten gefunden werden müssen: Vertraut man der Maschine? Welche Entscheidungskompetenz räumt man ihr ein? Wann ist ein menschliches Eingreifen erforderlich?

Auf dem Weg zur vollständigen Umsetzung einer Society 5.0 sind zwar noch etliche Hürden zu überwinden, aber die Weiterentwicklung zu einem Gesellschaftsmodell, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird unumgänglich sein, um künftige soziale und ökonomische Herausforderungen zu bewältigen. Das schließt die Politik mit ein, die nicht in Überregulierung verharren darf, wenn Deutschland nicht den Anschluss verpassen soll. Es beinhaltet den Aufbau von Vertrauen, dass einerseits persönliche Daten sicher sind und andererseits alles getan wird, um Arbeitsplätze, die durch KI wegfallen, zu ersetzen. Folglich werden Fortbildungen und Umschulungen sowie die Weiterentwicklung digitaler Skills auf Mitarbeiterseite unumgänglich.

Unternehmen wiederum müssen sich an die Herausforderungen, die die digitale Transformation mit sich bringt, anpassen. Alles zusammen lebt davon, dass man vertrauensvolle Infrastrukturen aufsetzt. Und hier schließt sich der Kreis: Eine digitale Transformation lebt von Daten, die Bereitstellung von Daten erfordert Vertrauen, weshalb Digitalisierung ohne einen End-to-End-Ansatz in der Cyber-Sicherheit nicht funktioniert. Sie werden also an dieser Stelle immer wieder auch zu Themen rund um Security lesen.

Weiterführende Informationen
www.hello.global.ntt

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